In einem Pilotversuch hat eine private US-Firma erfolgreich eine Raumkapsel ins All geschossen und wieder zurückgeholt. Eine Trägerrakete des Typs Falcon-9 brachte die Kapsel Dragon des Herstellers SpaceX um 16.43 MESZ vom US-Weltraumzentrum Cape Canaveral aus ins All. Nach gut drei Stunden Flug um die Erde sei die Kapsel wie geplant wohlbehalten im Pazifik gelandet, teilte die US-Weltraumbehörde NASA mit. " Dragon kreist um die Erde", teilte die US-Weltraumbehörde Nasa in einer Twitter-Nachricht mit . "Glückwunsch an SpaceX und das Team für den erfolgreichen Start."

Damit schaffte Dragon , was nie zuvor einem privat gebauten Raumgefährt gelungen ist: Die Kapsel musste sich erfolgreich von der Trägerrakete lösen, sollte zwei Mal die Erde umrunden und dann sicher an einem Fallschirm im Meer landen.

Der erfolgreiche Testlauf könnte der kommerziellen Raumfahrt einen enormen Schub geben. Schon im nächsten Jahr könnte Dragon Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS befördern. Dann nämlich gehen die Space Shuttles der Nasa außer Dienst . Das Projekt von SpaceX sollte deshalb Aufschluss darüber geben, ob private Unternehmen die staatlichen Raumfahrtprogramme künftig ergänzen könnten. So ist vorgesehen, dass die Dragon -Kapsel einmal bis zu sieben Mann Besatzung und mehrere Tonnen Ladung zur ISS transportiert.

Das Vordringen von kommerziellen Unternehmen in die Raumfahrt gehört ausdrücklich zur neuen Strategie der US-Regierung , die Präsident Barack Obama vor einem Jahr ankündigte. Hintergrund sind die hohen Kosten der staatlichen Programme. Künftig sollen daher Privatfirmen mit "Space-Taxis" Mensch und Material zur ISS befördern. Das sei billiger und effektiver, zeigt sich Obama überzeugt.

Die Nasa hatte bereits 2008 mit SpaceX einen 1,6 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) schweren Vertrag zur Entwicklung einer Raumkapsel abgeschlossen. Ein ähnlicher Kontrakt mit der Firma Orbital Space Corporation hat ein Volumen von 1,9 Milliarden Dollar.

Sollte der Flug der Dragon -Kapsel als Erfolg gewertet werden, stünde als nächster Schritt eine fünftägige Mission ins All an, in deren Verlauf sich die Kapsel bis auf zehn Kilometer der Raumstation ISS nähern soll. Dem würde sich eine bemannte Mission mit Lastentransport zur ISS anschließen. SpaceX peilt beide Schritte für 2011 an, rechnet aber eigenen Angaben zufolge mit der Möglichkeit von Rückschlägen. "Die Erfahrung lehrt, dass substanzielle Probleme auftreten werden", sagte Firmenchefin Gwynne Shotwell. "Ich würde die Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs auf 70 Prozent veranschlagen."

Gründer des Unternehmens ist der gebürtige Südafrikaner Elon Musk. Er war einer der Mitbegründer des weltweiten Internet-Bezahldienstes Paypal. Nach dem Verkauf der Firma investierte der heute 38-Jährige vor acht Jahren angeblich rund 100 Millionen Dollar in SpaceX.