Bislang haben die amerikanischen Astronomen mit dem Acht-Meter-Gemini-Teleskop auf Hawaii das Schwarze Loch mittels Infrarot untersucht. Diese Aufnahmen sind deutlich besser als alle bisherigen, da die Wissenschaftler den störenden Einfluss der Erdatmosphäre aus den Messungen herausgerechnet haben . Und neben dem Zentrum der Galaxie standen auch deren Ränder im Mittelpunkt der Beobachtungen – mit einem erstaunlichen Ergebnis: Die Drehgeschwindigkeit der Galaxie ist im Zentrum am höchsten, fällt dann nach außen hin ab, steigt dann aber merkwürdigerweise wieder an.

Der Grund dafür ist ein weiteres bislang noch nie direkt nachgewiesenes Phänomen im Kosmos. Aus dem Verhalten am Rand des Schwarzen Loches "können wir die wahrscheinliche Existenz Dunkler Materie ableiten", sagt Jeremy Murphy, der ebenfalls an der Universität von Texas forscht. Denn eigentlich sollte die Anziehungskraft des Schwarzen Lochs auf die Sterne in seiner Umgebung nach außen hin abnehmen, sodass sie sich immer langsamer um das Zentrum der Galaxie bewegen.

Während also im Innern von M87 die Anziehungskraft des Schwarzen Loches die Sterne auf ihren Bahnen hält, muss am Rand der Galaxie eine andere Masse dafür verantwortlich sein, die jedoch optisch nicht nachweisbar ist – eben Dunkle Materie. Wie eine unsichtbare Glocke aus unbekanntem Material umgibt es M87, ein Dark Halo , wie die Astronomen es nennen.

Dieser Halo zieht an den äußeren Sternen der Galaxie und sorgt dafür, dass auch diese beschleunigt werden, sich mit dem Rest der Galaxie mitdrehen und sie nicht etwa aufgrund ihrer Fluchtgeschwindigkeit nach außen hin verlassen.

Die Daten der Astronomen erlauben nun auch eine viel genauere Vermessung weiterer Schwarzer Löcher in unserem Universum. In praktisch jeder Galaxie wähnen Forscher die Existenz der Massegiganten.