Bei der Explosion eines Ofens für radioaktive Abfälle im südfranzösischen Département Gard ist ein Mensch ums Leben gekommen. Nach Informationen der französischen Atomsicherheitsbehörde ASN wurden außerdem vier Menschen verletzt, einer von ihnen schwer. Nach Angaben der Regierung ist keine radioaktive Strahlung entwichen.

Laut ASN explodierte ein Ofen, in dem schwach radioaktive Abfälle verbrannt werden. Er befindet sich nahe der Atomanlage Marcoule und wird von dort aus verwaltet. Zu den schwach radioaktiven Abfällen zählen unter anderem Kleidung von Arbeitern sowie Metalle und Beton. Die Anlage wird von Socodei, einer Tochter des französischen Energiekonzerns EdF, betrieben. Sie wurde nach Angaben des Innenministeriums nicht geräumt.

Die ASN erklärte den Unfall am Nachmittag offiziell für beendet und löste ihren Krisenstab wieder auf. Die Explosion in einem Verbrennungsofen habe ein Feuer entfacht, das gegen 13.00 Uhr unter Kontrolle gewesen sei. Das Gebäude, in dem der Ofen stand, sei nicht beschädigt worden. Die vier Verletzten, von denen einer schwere Verbrennungen erlitt, seien nicht radioaktiv verstrahlt worden. Auch außerhalb des Gebäudes sei keine Radioaktivität gemessen worden. Nun solle untersucht werden, wie es zu dem Unfall kam.

Die Anlage wird zum Teil vom staatlichen Atomkonzern Areva für die Aufarbeitung abgebrannter Uran-Brennstäbe genutzt, aus denen in Öfen das Uran-Plutonium-Gemisch MOX produziert wird. Zu der Atomanlage gehören mehrere Kraftwerke, die in den achtziger Jahren stillgelegt worden waren. Ein AKW vom Typ "Schneller Brüter" ist seit 2010 außer Betrieb.