Ein Drittel der Mitarbeiter der Deutschen Flugsicherung (DFS) gehören der Berufsgruppe der Fluglotsen an. Sie haben eine anspruchsvolle Ausbildung hinter sich, in der sie an das Kerngeschäft herangeführt wurden – der Flugverkehrskontrolle. Sie wird in die Geschäftsbereiche Center und Tower unterteilt.

Die Fluglotsen im Bereich Center haben die Aufgabe, Passagier-Flugzeuge, die sich im deutschen Luftraum befinden, sicher und pünktlich zu ihrem Ziel zu führen. Der Pilot ist verpflichtet, den Anweisungen der Fluglotsen zu folgen, um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten. Die Tower-Fluglotsen dagegen sind zuständig für die An- und Abflüge an den internationalen Flughäfen in Deutschland und haben ihren Arbeitsplatz im Flughafen-Tower.

Bei der derzeitigen Arbeit in einem Flugverkehrskontrollzentrum bearbeiten Radar- und Koordinationslotsen gemeinsam den Flugverkehr in einem bestimmten Luftraumsektor. Der Radarlotse kontrolliert die Flugbewegungen auf dem Radarschirm und hält Funkkontakt mit dem Piloten. Der Koordinationslotse überwacht die ein- und ausgehenden Flüge. Das macht er mithilfe ausgedruckter Flugplandaten. Er koordiniert die von der Planung abweichenden Flüge mit den angrenzenden Nachbarsektoren.

Anhand der Flugplandaten bildet der Lotse ein imaginäres Zukunftsbild des aktuellen und des zu erwartenden Flugverkehrs. Es ist Aufgabe des Fluglotsenteams, die ankommenden Flugzeuge zu staffeln, sodass keine Konflikte entstehen. Diese Arbeitsweise hat sich seit Jahrzehnten bewährt, stößt aber aufgrund des erhöhten Flugverkehrs an ihre Grenzen.

Eine Funktion im neuen Flugsicherungssystem P1/VAFORIT der DFS ist die sogenannte 4-D-Trajektorienvorhersage. Das Konzept soll eine effiziente und konfliktfreie Flugverlaufsbahn vom Abflug eines Flugzeugs bis zur Landung gewährleisten. Trajektorien können miteinander verglichen werden, um bereits vor dem Abflug Konflikte erkennen zu können. Somit kann eine vereinbarte Trajektorie zwischen dem Flugverkehrskontrollzentrum und dem Piloten auch tatsächlich geflogen werden.

Neben der dreidimensionalen Darstellung der Flugverlaufsbahn kommt bei der 4-D-Trajektorie noch die zeitliche Dimension dazu. Vorher berechnete, konfliktfreie Trajektorien können so die Eingriffe des Fluglotsen in den Luftverkehr verringern. Das wird dadurch erreicht, dass eine optimale Trajektorie seitens des Piloten durch die aktuellen Luftverkehrseinschränkungen und des Fluglotsen modifiziert wird.

Das Ergebnis ist eine realistische Trajektorie, die sowohl die Bedürfnisse des Luftfahrtunternehmens, als auch die aktuellen Rahmenbedingungen im Luftverkehr berücksichtigt.