Die US-Ökonomen Thomas J. Sargent und Christopher A. Sims erhalten in diesem Jahr den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft. Das gab die Schwedische Wissenschaftsakademie am Montagmittag in Stockholm bekannt. Sargent und Sims untersuchten die Zusammenhänge zwischen wirtschaftspolitischen Entscheidungen und ihrer Wirkung auf die Realwirtschaft.

Alle Nobelpreise werden traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896), überreicht. Die Auszeichnung im Bereich Ökonomie ist umstritten, weil sie nicht wie die anderen Nobelpreise auf das Testament des Schweden Alfred Nobel zurückgeht, sondern erst 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet wurde. Damit wurden meist US-Ökonomen ausgezeichnet. Letzter deutscher Preisträger war 1994 der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten. Bisher war nur eine Frau unter den Preisträgern, Elinor Ostrom. Im vorigen Jahr teilten sich die amerikanischen Ökonomen Peter Diamond und Dale Mortensen sowie der britische Forscher Christopher Pissarides den Preis.

Die Nobelstiftung berichtet auch auf Twitter und Facebook über die Preisträger.

Die anderen Preisträger des Jahres 2011

Die Immunforscher Bruce Beutler, Jules Hoffmann und Ralph Steinman erhalten den Medizinnobelpreis . Die Wissenschaftler hatten gezeigt, wie sich der menschliche Körper gegen Krankheitskeime und Eindringlinge wehrt. Steinman erhält den Preis posthum , eine Ehrung, die die Statuten des Nobelpreises eigentlich nicht vorsehen. Steinman war kurz vor der Bekanntgabe Ende September nach einem langjährigen Krebsleiden gestorben. Da die Jury den Preis Steinman im Glauben zusprach, er würde noch leben, bleibt der Verstorbene nun Nobelpreisträger. Eine bis heute einmalige Entscheidung .

Drei Astronomen sind die Preisträger in Physik : Die Amerikaner Saul Perlmutter, Adam Riess und der US-Australier Brian Schmidt werden für ihre Supernovae-Forschung geehrt. Die Wissenschaftler beobachteten die Überbleibsel von Sternenexplosionen im All und entdeckten, dass sich das Universum mit stetig wachsender Geschwindigkeit ausdehnt.

Der Chemienobelpreis 2011 geht an den Israeli Daniel Shechtman . Der Materialforscher entdeckte 1982 die Quasikristalle, molekulare Strukturen, die Wissenschaftler bis dahin für unmöglich hielten. Mit Shechtman ehrt die Nobeljury einen Forscher, der gegen alle Widerstände auf seinen Ergebnissen beharrte . Sie stellten sich letztlich als richtig heraus und Shechtman revolutionierte das Verständnis der Chemiker von Feststoffen.

Den diesjährigen Literaturnobelpreis sprach die Jury dem schwedischen Lyriker Tomas Tranströmer  zu. "Tranströmer ist einer der größten Poeten unserer Zeit", sagte der Sprecher der Königlich-Schwedischen Akademie, Peter Englund, in Stockholm. Tranströmer erhalte den Preis, weil er "uns in komprimierten, erhellenden Bildern neue Wege zum Wirklichen weist."

Mit dem Friedensnobelpreis wurden in diesem Jahr drei Frauenrechtlerinnen ausgezeichnet. Zwei von ihnen kommen aus Liberia: die Präsidentin des Landes, Ellen Johnson-Sirleaf , sowie die Friedensaktivistin Leymah Gbowee. Die dritte Preisträgerin ist die Jemenitin Tawakkol Karman, die sich seit Jahren für die Menschenrechte in ihrer Heimat einsetzt.