Das Weltraumteleskop Kepler hat die bislang kleinsten Planeten eines anderen Sonnensystems entdeckt: Die rund 1.000 Lichtjahre entfernte Sonne Kepler-20 besitzt demnach ein ganzes Planetensystem aus mindestens fünf Begleitern, schreiben die Entdecker im Magazin Nature. Bislang waren nur drei gasförmige Planeten etwa von der Größe Neptuns bekannt. Die beiden neu entdeckten Planeten sind jedoch felsig.

Einer der beiden neu entdeckten Exoplaneten ist drei Prozent größer, der andere ist 13 Prozent kleiner als die Erde. Die Masse der neu entdeckten Exoplaneten Kepler-20e und Kepler-20f ist noch nicht bekannt. Die Astronomen um Francois Fressin vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik halten es jedoch für möglich, dass das Gestein beider Planeten ähnlich zusammengesetzt ist, wie das der Erde: mit etwa einem Drittel ihrer Masse in einem Eisenkern und zwei Dritteln in einem Silikatgestein-Mantel.

Für Leben ist es auf den beiden fernen Planeten allerdings zu heiß, weil sie ihrer Sonne ähnlich nahe sind, wie der Merkur unserer Sonne. Für eine Umlaufbahn benötigen sie nur sechs beziehungsweise knapp 20 Tage. Entsprechend liegt die Durchschnittstemperatur auf den beiden neuen Keplerschen Planeten nach Berechnung der Astronomen bei rund 400 und 850 Grad Celsius. Dennoch könnte der kühlere, weiter von seiner Sonne entfernte Planet sogar eine dichte Wolkenschicht aus Wasserdampf besitzen, sagen die Forscher.

Während die Sonne Kepler-20 unserer Sonne sehr ähnelt und nur etwas kleiner und kühler ist, sind die Planeten drumherum ungewöhnlich angeordnet. In unserem Sonnensystem kreisen kleine, felsige Planeten nahe um die Sonne, während große, gasförmige weiter entfernt ihre Bahnen ziehen. In dem Planetensystem von Kepler-20 sind die Planeten ihrer Größe nach abwechselnd angeordnet: groß, klein, groß, klein, groß.

Das Weltraumteleskop Kepler war von der US-Raumfahrtbehörde Nasa unter anderem gestartet worden, um nach erdähnlichen Planeten zu suchen. Es beobachtet dazu die Helligkeit tausender Sterne. Planeten, bei denen wir zufällig genau von der Seite auf die Umlaufbahn schauen, verraten sich, indem sie regelmäßig vor ihrem Stern vorbeilaufen und ihn ein kleines Stück abschatten.

Durch diese Helligkeitsschwankungen hat Kepler bereits mehr als 2.000 Kandidaten für Exoplaneten angegeben, die allerdings großenteils noch bestätigt werden müssen. Zuletzt hatte das Weltraumteleskop einen Planeten mit 2,4-fachem Erddurchmesser in der bewohnbaren Zone seines Sterns aufgespürt. Auf Kepler-22b herrschen demnach milde 22 Grad Celsius. Anzeichen von Leben gibt es aber auch dort nicht.