Seit Oktober ist bekannt, wer in diesem Jahr mit dem bedeutendsten Wissenschaftspreis der Welt geehrt wird: Am 10. Dezember werden die Nobelpreise in Physik, Chemie und Medizin im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Stockholmer Konzerthalle verliehen. Am gleichen Tag wird im Rathaus von Oslo der Friedensnobelpreis überreicht. Beide Veranstaltungen werden ab 13 Uhr via Webcast übertragen.

Friedensnobelpreis-Verleihung in Oslo

Der Nobel-Tag beginnt in Norwegen – im Rathaus von Oslo. Dort werden in diesem Jahr Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf sowie die Bürgerrechtlerinnen Leymah Gbowee, ebenfalls aus Liberia, und Tawakkul Karman aus Jemen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Die Nobeljury ehrt Johnson-Sirleaf für ihre mutige Wiederaufbau- und Versöhnungspolitik im zerstörten und verarmten Liberia nach dem Krieg. Tawakkul Karman lebte zuletzt mit ihren drei Kindern in einem Zelt in Jemens Hauptstadt Sanaa und kämpfte für den Sturz von Präsident Ali Abdullah Salih. Die 32-Jährige wurde zur wichtigsten Stimme der jemenitischen Jugendbewegung und ist die erste arabische Frau, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird. Leymah Gbowee hat Frauen über ethnische und religiöse Grenzen hinweg zusammengebracht und Kämpfte für die Beteiligung von Frauen an Wahlen in Liberia.

Die Ehrungen in Physik, Chemie und Medizin

Ab 16.30 Uhr überträgt nobelprize.org die Verleihung der Wissenschaftspreise aus der Konzerthalle in Stockholm. Nach alter Tradition überreicht der König von Schweden – derzeit Carl XVI Gustaf – die Medaillen persönlich an die Preisträger.

Die Zeremonie beginnt mit der Katergorie Physik:Saul Perlmutter, Adam Riess und Brian Schmidt. Sie teilen sich 2011 den Nobelpreis für ihre Supernovae-Forschung. Die Wissenschaftler beobachteten die Überbleibsel von Sternenexplosionen im All und entdeckten auf diese Weise, dass sich das Universum mit stetig wachsender Geschwindigkeit ausdehnt.

In Chemie wird anschließen Daniel Shechtman geehrt. Der israelische Materialforscher hatte 1982 die Quasikristalle entdeckt, molekulare Strukturen, die Wissenschaftler bis dahin für unmöglich hielten. Mit Shechtman zeichnet die Nobeljury einen Forscher aus, der gegen alle Widerstände auf seinen Ergebnissen beharrte. Letztendlich revolutionierte Shechtman das Verständnis der Wissenschaft von Feststoffen.

Die Verkündung der Medizinnobelpreisträger wurde in diesem Jahr von der Nachricht überschattet, dass einer der Geehrten – Ralph Steinman – kurz zuvor verstorben war. Normalerweise kann der Wissenschaftspreis aus Stockholm nach den Statuten nicht posthum vergeben werden. Der Fall Steinmans stellt nach Ansicht des Nobelkommitees eine Ausnahme dar, da sein Tod zum Zeitpunkt der Nominierung der Jury nicht bekannt war. Stellvertretend für den Forscher wird dessen Frau Claudia Steinman voraussichtlich bei der Verleihung sein. Ralph Steinman, der Entdecker der Dentritischen Zelle, bekommt den Nobelpreis zusammen mit Bruce Beutler und Jules Hoffmann. Sie hatten Rezeptor-Proteine entdeckt, die Fremdkörper erkennen und die Immunantwort des Körpers in Gang setzen.

Ehrung für Wirtschaftswissenschaftler

Zum Ende der Zeremonie erhalten die Ökonomen Christopher Sims und Thomas Sargent den Wirtschaftsnobelpreis für ihre Forschung zu den Auswirkungen politischer Entscheidungen auf die Realwirtschaft. Diese Auszeichnung geht nicht auf das Testament des Schweden Alfred Nobel zurück, sondern wurde erst 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet. Traditionell wird sie aber am gleichen Tag verliehen.