Der Roboter Curiosity ist sicher auf dem Mars angekommen. Das Fahrzeug funkte nach Angaben der Nasa bereits erste Bilder zur Erde. Auf den sehr gering aufgelösten Fotos ist der Horizont des Planeten zu sehen und viel Staub, den der Rover bei seiner Landung aufwirbelte. im Kontrollzentrum der US-Weltraumbehörde brach Jubel aus – minutenlang umarmten sich die Forscher.

Das Fahrzeug mit einem Gewicht von 900 Kilogramm setzte in der Nähe des 5.000 Meter hohen Mount Sharp im Gale-Krater auf. Das Manöver war heikel, schließlich sollte der 2,5 Milliarden Dollar teure Roboter mit einem neuen, komplizierten und unerprobten Verfahren in elf Kilometern Höhe von knapp 21.000 Kilometern pro Stunde auf null abgebremst werden. Anderthalb Minuten später sollte sich in einer Höhe von 1,6 Kilometern und bei einer Geschwindigkeit von 320 Kilometern pro Stunde von der Sonde ein Sky Crane lösen.

Wie die Nasa mitteilte , ließ dieser Himmels-Kran das Mobil – an Kabeln hängend – schließlich sicher auf den Marsboden herab. Der Kran zündete eigene Bremsdüsen, um die Sonde möglichst sanft abzusetzen. Er selbst sollte dann wegfliegen, um in sicherer Entfernung abzustürzen.

Die Nasa-Experten erfuhren von ihrem Erfolg erst 14 Minuten später – so lange brauchen die Daten bis zur 250 Millionen Kilometer entfernten Erde.

Das Wetter war günstig: Vor einigen Tagen tobte nach Nasa-Angaben noch ein Staubsturm nahe der geplanten Landestelle. Später schwächte er sich zur "harmlosen Staubwolke" ab. Spannend war für die Nasa-Techniker unter anderem der Umstand, dass während der Landung der Kontakt zur Sonde unterbrochen war.

Das Mobil von der Größe eines Kleinwagens hat sechs Räder und ist mit einem chemischen Labor, Videokameras und einem Lasergerät ausgestattet. Hinzu kommen ein mehr als zwei Meter langer Roboterarm und eine Wetterstation. Curiosity (deutsch: Neugier) soll mindestens 98 Wochen (ein Mars-Jahr) lang nach Hinweisen auf die Existenz von Wasser und damit der Grundlage für Leben auf dem Roten Planeten erforschen. Im November hatte das Fahrzeug die 570 Millionen Kilometer lange Reise von der Erde zum Mars angetreten.

Erfahren Sie alles zu den Hintergründen der Mission und zum Planeten Mars. © Nasa/JPL-Caltech

Der Strom für das Vehikel wird von einem Radioisotopen-Generator erzeugt, der die Hitze beim Zerfall von Plutonium 238 nutzt. Dadurch wurden zum Zeitpunkt des Starts etwa 110 Watt produziert. Um die erwarteten Temperaturen von bis zu minus 90 Grad auf dem Mars zu überstehen, werden auch Flüssigkeiten mit Hilfe des Generators erwärmt und durch den Rover gepumpt, um die richtige Betriebstemperatur etwa für die Elektrik des Roboters zu gewährleisten.

US-Präsident Barack Obama lobte die Landung als eine "beispiellose Technologieleistung". Die USA hätten auf dem Mars "Geschichte geschrieben", sagte der im Präsidentschaftswahlkampf befindliche Politiker nach der Ankunft des Roboters. Die Landung werde in der Zukunft als "Argument des Nationalstolzes" dienen. "Der heutige Erfolg erinnert uns daran, dass unsere Vormachtstellung – sowohl im All, als auch auf der Erde – davon abhängt, dass wir klug in Innovation, Technologie und Grundlagenforschung investieren." Diese Investitionen hätten schon immer bewirkt, "dass unsere Wirtschaft von der Welt beneidet wurde". Er warte gespannt auf die Ergebnisse der Mission.