In der Nacht zu Sonntag lohnt der Blick zum Firmament. Wie jedes Jahr schleudert der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn um die Sonne unzählige Staubteilchen zur Erde. Dringen die Partikel des Schweifs in die Atmosphäre ein, leuchtet der Nachthimmel.

Zigtausende Sternschnuppen werden herabregnen. Wer an Stoßgebete und Wunscherfüllung glaubt, darf sich besonders in den frühen Sonntagmorgenstunden mehrfach ausprobieren. Meteorologen sagen eine sternenklare Nacht für ganz Deutschland voraus.

Während des Maximums zwischen zwei und fünf Uhr seien bis zu 120 Meteore pro Stunde am Himmel zu erwarten, sagte Otto Guthier von der Vereinigung der Sternfreunde . "Grund dafür ist, dass der Radiant – der Punkt am Himmel, aus dem diese Sternschnuppen scheinbar austreten – sich zu diesem Zeitpunkt genau über uns befindet", erklärt der Vorsitzende des größten Vereins von Amateur-Astronomen in Deutschland. Am besten sei der Blick gen Osten zum Himmelsgewölbe, rät Guthier.

Die leuchtenden Meteore von Swift-Tuttle sind als Perseiden bekannt, weil es scheint, als strömten sie direkt aus dem Sternbild Perseus heraus. "Für Menschen, die die Perseiden beobachten wollen, ist das Wetter einfach grandios", sagte Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst. Ein nahezu wolkenloser Himmel verspreche klare Sicht. "Das Wochenende wird überwiegend sonnig, daher ist das Wetter auch nachts vielversprechend. Die Temperaturen liegen Samstagnacht zwischen 12 und 14 Grad."

Meteore sind nur wenige Millimeter große Brocken. Die extrem schnellen Teilchen treffen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200.000 Stundenkilometern auf die Erdatmosphäre. Luftpartikel bremsen die Meteore ab, die sich durch die Reibung so stark aufheizen, dass sie verglühen und als Sternschnuppen ihre Spuren am Himmel hinterlassen. Selbst größere Feuerkugeln, sogenannte Boliden, können in der Nacht zu Sonntag ihren Schweif ziehen.

Im Schnitt kollidieren täglich rund 100 Tonnen außerirdisches Material mit der Schutzhülle der Erde, nimmt man alle Meteorströme über das Jahr verteilt zusammen. Viele Sternschnuppen lösen sich übrigens nicht völlig in Luft auf. Ein kleiner Teil des Staubs lässt in hohen nördlichen Breitengraden im Sommer auch die Wolken am Nachthimmel leuchten. In einem Streifen zwischen Berlin und Oslo erstarren die Teilchen bei eisigen Lufttemperaturen von bis zu minus 150 Grad. Dabei bilden sich unzählige Eiskristalle, die von den Sonnenstrahlen getroffen den Himmel rötlich färben.