Im Weltraum hört dich vielleicht keiner schreien, aber singen schon: Der kanadische Astronaut Chris Hadfield hat mit einem Cover von David Bowies Space Oddity das erste Musikvideo im All gedreht und sich damit ein persönliches Abschiedsgeschenk gemacht. Gerade ist er nach fünf Monaten auf der Internationalen Raumstation (ISS) in einer Sojuskapsel mit zwei Kollegen auf der Erde gelandet. Mit etwas Wehmut im Gepäck – und einigen Millionen Fans mehr im Internet.
Als der 53-jährige Hadfield am 19. Dezember den Weg zur ISS
antrat, war er allenfalls Weltraum-Enthusiasten bekannt. Über einen Zeitraum
von drei Jahren hatte sich der frühere Kampfpilot und Luftfahrttechniker mit Fotos
aus dem Astronautentraining eine kleine Fangemeinde aufgebaut: 15.000 Follower hatte
er beim Start der ISS-Mission auf Twitter. Sechs Monate später sind es mehr als 900.000
und der Guardian nannte ihn den "ersten international bekannten
Astronauten seit die Aufnahmen von Neil Armstrong und Buzz Aldrin
um die Welt gingen".
Auch die Erfolgsgeschichte des Chris Hadfield begann mit Bildern. Während die ISS in 400 Kilometer Höhe und mit 28.000 Kilometern pro Stunde um die Erde fegt, nutzte Hadfield die hochauflösenden Kameras der Station, um spektakuläre Aufnahmen der Erde zu machen – und diese anschließend auf Twitter zu teilen, häufig mit poetischen oder informativen Kommentaren, und oft mit tagesaktuellen Bezügen, wie etwa am Valentinstag oder zum Super-Bowl-Finale.
Auf allen Kanälen aktiv
Einen großen Popularitätsschub bekam Hadfield zu
Beginn des Jahres, als sich zufällig eine Konversation mit dem früheren Star-Trek-Kapitän
William Shatner und Hadfield auf Twitter entwickelte, die wenige Wochen später
in einem Videochat der Beiden mündete. Das humorvolle Gespräch zwischen dem fiktiven und dem echten Raumschiffkapitän wurde zum Internethit.
Längst ist der notorische Schnauzbartträger Hadfield auch auf anderen Kanälen als Twitter aktiv. Etwa auf YouTube: In kurzen Videos erklärt er die alltäglichen Probleme der Astronauten in der Schwerelosigkeit. Was passiert, wenn Astronauten weinen? Wie isst man Schokoladenpudding und wie wringt man ein nasses Tuch aus? Das hatte eine zehnte Klasse gefragt, die Antwort kam per Videonachricht – Physikunterricht mal anders. Das kommt an bei den Menschen: Mehr als 140.000 Abonnenten hat der Kanal der kanadischen Weltraumbehörde inzwischen.
Im März folgte Hadfield in die Fußstapfen von US-Präsident Barack Obama und
anderen Persönlichkeiten in einem eigenen "Ask Me Anything" auf der
Plattform Reddit: Insgesamt gingen 7.600 Kommentare ein, in denen die Nutzer mit
dem Astronauten über die Arbeit und das Leben im Weltraum diskutierten. Um
diesen persönlichen Austausch geht es Chris Hadfield: "Wer hätte gedacht,
dass ich in fünf Monaten im All den Menschen näher komme als je zuvor?", fragt er in
einem abschließenden Video.
Tatkräftige Unterstützung bekommt Hadfield von seinem Sohn Evan. Der lebt zurzeit in Darmstadt und hilft seinem Vater beim Bestücken der Accounts – ein Vollzeitjob, schreibt der 27-jährige. Mehrere Stunden verbringt er täglich unentgeltlich im Netz, liest Tausende Tweets, schneidet Videos, beantwortet Fragen und leitet Informationen weiter, damit sein Vater seiner eigentlichen Arbeit nachgehen kann.
Im Weltraum hört dich vielleicht keiner schreien, aber singen schon: Der kanadische Astronaut Chris Hadfield hat mit einem Cover von David Bowies Space Oddity das erste Musikvideo im All gedreht und sich damit ein persönliches Abschiedsgeschenk gemacht. Gerade ist er nach fünf Monaten auf der Internationalen Raumstation (ISS) in einer Sojuskapsel mit zwei Kollegen auf der Erde gelandet. Mit etwas Wehmut im Gepäck – und einigen Millionen Fans mehr im Internet.
Als der 53-jährige Hadfield am 19. Dezember den Weg zur ISS
antrat, war er allenfalls Weltraum-Enthusiasten bekannt. Über einen Zeitraum
von drei Jahren hatte sich der frühere Kampfpilot und Luftfahrttechniker mit Fotos
aus dem Astronautentraining eine kleine Fangemeinde aufgebaut: 15.000 Follower hatte
er beim Start der ISS-Mission auf Twitter. Sechs Monate später sind es mehr als 900.000
und der Guardian nannte ihn den "ersten international bekannten
Astronauten seit die Aufnahmen von Neil Armstrong und Buzz Aldrin
um die Welt gingen".