Die chinesische Shenzhou-10-Mission ist nach einem 15-tägigen Aufenthalt im All zur Erde zurückgekehrt. Die Kapsel mit drei Taikonauten an Bord schlug in einem Weidegebiet in der Inneren Mongolei im Norden Chinas auf, wie im staatlichen chinesischen Fernsehen zu sehen war. Das Trio unter dem Kommando von Generalmajor Nie Haisheng hatte das provisorische Raumlabor Tiangong 1 ("Himmelspalast") bewohnt und dort wissenschaftliche Experimente vorgenommen.

Mit an Bord war auch die 33-jährige Majorin der Volksbefreiungsarmee und KP-Vertreterin Wang Yaping, überhaupt erst die zweite Taikonautin im All. Ihre Kollegin Liu Yang hatte vor einem Jahr als erste Chinesin im All an der Vorgängermission teilgenommen. Nach ihrer Rückkehr vom Raummodul Tiangong 1 wurde die Kampffliegerin als Nationalheldin gefeiert.

China hatte 1990 mit seinem Programm zur bemannten Raumfahrt begonnen. Die Führung in Peking will damit den Beweis erbringen, dass das Land auch technisch in den Kreis der Supermächte aufgestiegen ist. 2003 gelang es der Volksrepublik als weltweit dritte Nation nach den USA und der früheren Sowjetunion, einen Menschen ins All zu schicken. Fünf Jahre später folgte der erste Weltraumspaziergang.

Für die Zukunft hat das kommunistische Regime ehrgeizige Pläne. Noch in diesem Jahr soll erstmals eine unbemannte chinesische Raumsonde auf dem Mond landen. Das Land plant zudem bis zum Jahr 2020 den Aufbau einer eigenen Raumstation.