Bei dem schweren Erdbeben in Pakistan sind mehr als 200 Menschen getötet worden. Nach jüngsten Angaben der Behörden starben bei der Katastrophe in der dünn besiedelten Provinz Baluchistan mindestens 208 Menschen, wenigstens 350 wurden verletzt. Die Rettungsarbeiten werden durch unterbrochene Straßenverbindungen erschwert. In dem am stärksten betroffenen Distrikt Awaran im Südwesten des Landes rief die Provinzregierung den Notstand aus.

Unter den Trümmern eingestürzter Häuser vermuten die Behörden noch zahlreiche weitere Opfer. "Etwa 90 Prozent der Häuser in diesem Bezirk wurden zerstört. Fast alle Lehmhäuser sind eingestürzt", sagte ein Sprecher. Die Rettungsarbeiten seien die ganze Nacht über fortgesetzt worden. Einige Tote wurden bereits in ihren Dörfern beerdigt.

Über die Stärke und das Zentrum des Bebens vom Dienstag gab es unterschiedliche Angaben. Das Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam nannte eine Stärke von 7,6. Die US-Erdbebenwarte (USGS) bezifferte die Stärke auf 7,7. Das GFZ verortete die Tiefe des Epizentrums bei 42 Kilometern, die US-Erdbebenwarte bei nur 15 Kilometern unter der Erdoberfläche. 

Der Erdstoß war so gewaltig, dass er etwa 600 Meter vor der Küste nahe Gwadar eine neue Insel entstehen ließ. In der südpakistanischen Hafenstadt Karatschi trieb das Beben die Menschen aus den Büros auf die Straße. Leichte Erschütterungen waren auch in der mehrere Hundert Kilometer entfernten indischen Hauptstadt Neu-Delhi zu spüren.