Weltweit sind im vergangenen Jahr geschätzte 627.000 Menschen an Malaria gestorben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind die meisten Malariaopfer Kinder unter fünf Jahren. Demnach starben mehr als 480.000 Mädchen und Jungen bis zu diesem Alter, jeden Tag im Schnitt 1.300 Kleinkinder. Neun von zehn Todesopfern stammen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Diese Daten stammen aus dem Weltmalariareport 2013, der in Genf vorgestellt worden ist.

Die hohe Zahl der Opfer sei eine "der größten Tragödien des 21. Jahrhunderts", sagte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Sie kritisierte, der Schutz der Menschen vor den Erregern sei unzureichend. Im südlichen Afrika könnten sich weit weniger als die Hälfte der Menschen mit simplen Moskitonetzen gegen die Übertragung des Malariaerregers verteidigen. Die Krankheit wird von Plasmodium-Parasiten ausgelöst, die durch Stiche der weiblichen Anopheles-Mücke in die menschliche Blutbahn katapultiert werden.

Netze sind tatsächlich der einfachste Weg, um sich vor den Überträgern des Wechselfiebers zu schützen. 2013 verteilten Helfer ungefähr 136 Millionen chemisch behandelte Moskitonetze in den am stärksten betroffenen Ländern. 2012 waren es noch 70 Millionen. Im kommenden Jahr soll die Zahl noch einmal steigen. Bereits jetzt seien rund 200 Millionen Netze finanziert, teilte die WHO mit. 

Seit Jahrzehnten arbeiten Wissenschaftler und Tropenmediziner daran, der Malaria Einhalt zu gebieten. Durchaus mit einigen Erfolgen. Seit dem Jahr 2000 konnten geschätzte 3,3 Millionen Menschenleben gerettet werden. Auch die Sterblichkeitsrate konnte weltweit um 45 Prozent gesenkt werden, teilte die WHO mit.

Zudem könne eine stetig wachsende Zahl von Menschen mit Malaria medizinisch behandelt werden. Im vergangenen Jahr seien 330 Millionen Einheiten an Arzneien an betroffene Länder ausgeliefert worden. 2006 seien es knapp 80 Millionen Einheiten gewesen. Fast alle Präparate, die in Kombination gegen die Malaria eingesetzt werden, basieren auf Artemisinin. Das weiße Pulver ist die effektivste, aber auch letzte pharmakologische Waffe gegen die Malaria. Es muss sehr aufwendig aus dem Einjährigen Beifuß gewonnen werden.

Über Jahrzehnte hinweg war etwa Chloroquine das Standardmedikament gegen Wechselfieber. Heute ist es kaum noch wirksam. Seit den ersten Versuchen in den 1950er Jahren, die Malaria auszurotten, hat sich der Parasit Plasmodium falciparum an vieles angepasst. Mittlerweile versucht die WHO mit einem eigenen Programm, Menschen gegen resistente Erreger zu wappnen. Lange Zeit wurde auch versucht, die Überträgermücken mit dem gefährlichen Insektizis DDT zu bekämpfen. Früher flächendeckend in den tropischen Malaria-Ländern versprüht, wird die giftige Chemikalie heute noch in Afrika eingesetzt. Sie vertreibt Anopheles aber nicht mehr zuverlässig, wie Studien belegen.

Tödlich für Säuglinge

Nach WHO-Angaben testen Ärzte und medizinische Fachkräfte auch immer mehr Menschen auf Malaria. Kann die Krankheit früh diagnostiziert und zügig behandelt werden, sei das Wechselfieber praktisch heilbar. Im vergangenen Jahr erkrankten nach WHO-Schätzungen mehr als 200 Millionen Menschen neu.

Die Generaldirektorin Chan rief Regierungen und private Spender zu mehr Engagement im Kampf gegen die Krankheit auf. Im vergangenen Jahr seien rund 2,5 Milliarden US-Dollar gesammelt worden. Nötig seien aber mehr als fünf Milliarden US-Dollar pro Jahr, um Diagnose und Behandlung für alle Malariaerkrankten langfristig zu finanzieren.

Typische Symptome der Malaria sind Fieberschübe, Krämpfe sowie Magen- und Darmbeschwerden. In schweren Fällen treten Hirnschäden oder Blutarmut (Anämie) auf. Die gefährlichste Form, die Malaria tropica, kann Säuglinge in wenigen Stunden töten.