Nach einem Verdacht auf heimlich untergemischtes Pferdefleisch in einer Großschlachterei in den Niederlanden gibt es Erkenntnisse über Lieferungen nach Deutschland. Laut EU-Schnellwarnsystem wurden 19 Tonnen des verdächtigen Fleisches an Lebensmittelunternehmen in Nordrhein-Westfalen geliefert. 

Das Bundesagrarministerium bestätigte einen entsprechenden Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung. Das Fleisch ist aber wohl nicht mehr im Umlauf: "Unserer Kenntnis nach sind die Mindesthaltbarkeitsdaten der potenziell betroffenen Waren bereits abgelaufen", sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Die niederländischen Behörden hatten am 6. Februar mitgeteilt, dass eine Schlachterei verdächtigt wird, über einen Zeitraum von zwei Jahren teures Rindfleisch mit billigerem Pferdefleisch vermischt zu haben. Insgesamt sollen 28.000 Tonnen des gemischten Fleisches produziert worden sein.

Vor einem Jahr hatte nicht deklariertes Pferdefleisch in Fertigprodukten in mehreren europäischen Ländern einen Skandal ausgelöst. Damals wurden über 100 deutsche Betriebe mit gemischtem Fleisch aus den Niederlanden beliefert. Allein in den Niederlanden mussten 50.000 Tonnen Fleisch zurückgerufen werden.