Update: Die Pressekonferenz ist inzwischen vorbei – hier lesen Sie den ausführlichen Artikel über den indirekten Nachweis von Gravitationswellen.

Kosmologen und Astrophysiker sind in Partystimmung. Wenn die Gerüchte stimmen, die derzeit in Blogs und auf Twitter kursieren, haben amerikanische Astrophysiker mit einem Teleskop am Südpol Signale von den ersten Sekundenbruchteilen nach dem Urknall aufgespürt. Es geht um indirekte Hinweise auf Gravitationswellen, die durch eine heftige Aufblähung des Universums erzeugt wurden.

Ein Nachweis dieser Wellen wäre ein wichtiges Indiz dafür, dass die Inflationstheorie ("inflation" ist Englisch für "Aufblähung") die Geburt des Universums richtig beschreibt. Die Physik würde sich damit dem Urknall bis auf 10 hoch minus 35 Sekunden nähern. Bislang gab es empirische Gewissheit nur bis zur ersten Sekunde nach dem Urknall. Die erste Sekunde jedoch könnte die Physiker auf die Spur der lange gesuchten Theorie für alles bringen.

Auf einer Pressekonferenz ab 16.55 Uhr deutscher Zeit wollen die Astrophysiker ihre Ergebnisse bekannt geben. (Auf den Seiten des Havard-Smithsonian Center for Astrophysics findet sich der Live-Stream zur Pressekonferenz.) 

Die Signale aus dem All, um die es geht, sind extrem schwach und können durch zahlreiche Fehlerquellen verfälscht sein, etwa durch Staub im Weltraum oder die Atmosphäre der Erde. Daher sind unbeteiligte Forscher gespannt auf die Qualität der Daten.

In jedem Fall werden noch weitere, unabhängige Messungen nötig sein, um das zu bestätigen, was die Forscher eingefangen haben wollen. Dazu werden auch Daten des europäischen Planck-Satelliten zählen, die derzeit noch ausgewertet werden.