Unter kilometerdicken Eisschichten am Südpol des Saturnmondes Enceladus könnte ein riesiger Ozean liegen. Das zeigt eine genaue Analyse der Daten, die die amerikanische Raumsonde Cassini zur Erde gesendet hat.   

Auf die Spur des Meeres im Untergrund kamen die Wissenschaftler durch die Auswertung von Schwerkraft-Daten der Saturn-Sonde, die sich der Oberfläche von Enceladus auf weniger als 100 Kilometer genähert hatte.

Dabei stellte das Forscherteam um Luciano Iess von der Universität Rom fest, dass die Südpol-Region des Mondes nicht genug Masse aufwies, um die dort gemessene Stärke des Schwerkraftfeldes zu erklären.   

Die Wissenschaftler folgerten daraus, dass es unter der Oberfläche Material mit einer höheren Dichte als Eis geben muss, wie sie im Magazin Science schreiben (Iess et al., 2014). "Der einzige vernünftige Kandidat für dieses Material ist Wasser", erklärte Mitautor David Stevenson vom California Institute of Technology (Caltech).

Glaubt man der neuen Analyse, so hat der versteckte Ozean eine Tiefe von etwa zehn Kilometern und liegt unter einem 30 bis 40 Kilometer dicken Eispanzer, der den gesamten Mond umhüllt. Enceladus ist mit einem Durchmesser von 500 Kilometern der sechstgrößte Mond des Planeten Saturn.

Das Wasser könnte Eisfontänen erklären

Das Wasser unter der Oberfläche könnte zudem eine Besonderheit Enceladus' erklären: Bereits 2005 hatten Cassini-Beobachtungen nämlich gezeigt, dass die südpolare Region des Saturnmondes geologisch aktiv ist.     

Aus vier Tigerstreifen, 130 Kilometer langen und zwei Kilometer breiten Einschnitte im Eispanzer des Mondes, schießen Eispartikel und Wasserdampf mehrere Tausend Kilometer weit ins All. Cassini ist bereits mehrfach durch diese Eisfontänen hindurch geflogen. Womöglich speisen sich diese Fontänen aus dem unterirdischen Ozean.