Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat die Internationale Raumstation ISS erreicht. Nach dem planmäßigen Start an Bord einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof im kasachischen Baikonur dockte die Kapsel, in der sich der 38-Jährige befand, am Donnerstagmorgen an die Raumstation an. Sechs Stunden dauerte die Reise. Das Kontrollzentrum in Moskau gratulierte Gerst und den beiden anderen Astronauten an Bord, dem Amerikaner Reid Wiseman und dem Russen Max Surajew, zur erfolgreichen Andock-Operation. Die Männer sollen 166 Tage, also mehr als fünf Monate, im All bleiben.

Während des Aufenthalts auf der ISS wird Gerst Experimente ausführen, rund 100 Tests sind geplant. Der 38-jähirge Geophysiker und Vulkanologe wird dabei mit Metallen, Plasmen und Robotern experimentieren. Die Versuche sollen dem technologischen Fortschritt im Alltag dienen und die bemannte Weltraumforschung voranbringen.

Das wichtigste Experiment der Mission wird es sein, einen neuartigen Hightech-Schmelzofen zu installieren. Mit dem sogenannten Elektromagnetische Levitator (EML) sollen Legierungen getestet werden. So können möglicherweise leichtere und stabilere Werkstoffe entwickelt werden, die wichtig für die Industrie sind.

Die Mission soll Erkenntnisse über Alterungsprozess liefern

Gerst will zudem erforschen, wie sich Emulsionen in der Schwerelosigkeit verhalten und wie die Mixturen stabiler gemacht werden können. Emulsionen sind unter anderem wichtig in der Lebensmittelproduktion, der kosmetischen und pharmazeutischen Industrie, aber auch in der Ölindustrie.

Die Mission soll darüber hinaus neue Erkenntnisse darüber liefern, wie Menschen altern, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit. In der Schwerelosigkeit läuft der Alterungsprozess im Zeitraffer ab: Muskelabbau, Osteoporose, Rückenbeschwerden, Kreislauf- und Orientierungsprobleme, zunehmende Kraftlosigkeit sowie Probleme im Immunsystem.

Gerst ist der elfte Deutsche im All und der dritte Deutsche auf der Raumstation ISS.