Die USA hoffen auf eine weitere Zusammenarbeit mit Russland auf der Internationalen Raumstation ISS nach dem Jahr 2020. Die US-Außenamtssprecherin Jen Psaki sagte, ihr Land habe im Weltraumprogramm eine lange Kooperation mit den Russen gehabt. "Wir hoffen, gemeinsam weitermachen zu können."   

Die Nasa reagierte verhalten auf die Ankündigung von Russlands Vizeregierungschef Dmitri Rogosin, in sechs Jahren aus dem ISS-Projekt aussteigen zu wollen. Sogar in Zeiten des Kalten Krieges sei die Kooperation im Kosmos ein Aushängeschild gewesen, teilte die US-Raumfahrtbehörde mit. "Wir haben keine offizielle Mitteilung der russischen Regierung über Änderungen in der Zusammenarbeit erhalten."

Rogosin hatte als Reaktion auf die US-Sanktionen im Ukraine-Konflikt angekündigt, dass Russland sein Engagement bei der Raumstation bereits 2020 beenden wolle. Moskau gebe "anderen Projekten im Kosmos" den Vorzug. 

Anfang April hatte die Nasa – ebenfalls vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts – die Kooperation mit der russischen Raumfahrtbehörde noch selbst eingeschränkt: Mitarbeiter der Behörde dürfen seitdem nicht mehr nach Russland reisen, auch E-Mail-Kontakte oder Telefonkonferenzen mit russischen Kollegen sind verboten. Die Nasa hatte die Kooperation auf der ISS jedoch von der Maßnahme ausgeschlossen.

Zuletzt waren sich alle Beteiligten der ISS weitgehend einig gewesen, das Projekt zu verlängern. Die Internationale Raumstation wird von Russland, den USA, der europäischen Weltraumagentur Esa sowie von Kanada und Japan gemeinsam geleitet. Im Januar hatten die USA das Geld für einen Betrieb bis 2024 freigegeben. Technisch gesehen könne die ISS nach Angaben der Nasa mindestens bis 2028 unterhalten werden.