Dank William Shakespeare ist der englische König Richard III. als buckliger Schurke in die Literaturgeschichte eingegangen. Dieses Bild muss nun womöglich revidiert werden. Nachdem Richards Skelett 2012 bei Bauarbeiten in Leicester gefunden wurde, liegen nun die Knochenuntersuchungen vor. Sie deuten daraufhin, dass der bucklige König eine "komplette Erfindung" des Dichters sei, sagte Phil Stone, der Vorsitzende der britischen Richard-III.-Gesellschaft. Die Analysen hätten gezeigt, dass der 1485 auf dem Schlachtfeld gefallene Richard III. eine "wohlgebogene Wirbelsäule" hatte.

Richard III. habe zwar nachweislich eine Rückgratverkrümmung gehabt, aber die Shakespearsche Darstellung als 'bucklige Kröte' ist eine komplette Erfindung", sagte Stone. Die Geschichte beschreibe Richard III. dagegen als "großen Krieger". Sein Wirbelsäulenproblem habe ihn kaum beeinträchtigt.

Richard III. war im Alter von 32 Jahren in der Schlacht von Bosworth, westlich von Leicester, gefallen. Die Tudor-Dynastie präsentierte ihn später als blutrünstigen Tyrannen – eine Sichtweise, die sich Shakespeare in seiner Tragödie Richard III. zu eigen machte.

Die in Leicester gefundenen Knochenreste konnten anhand von Erbgut-Analysen eindeutig Richard III. zugeordnet werden. Die Gebeine sollen nach einer Gerichtsentscheidung in der Kathedrale der Stadt beigesetzt werden.