In Maschinen bauen wir immer ein Stück von uns selbst mit ein, meint ZEIT-Redakteur Gero von Randow, 61. Und das hat überraschende Effekte. © Nicole Sturz/Cornelia Pflüger

Krach, Tempo, Funken: Schon das Wort "Werkzeugmaschine" ruft industrielle Assoziationen hervor. Sie ist der Inbegriff der Fabrikproduktion. Eine Werkzeugmaschine stellt, vereinfacht gesagt, harte Sachen her. Sie fügt oder presst andere harte Sachen zusammen, in den meisten Fällen trägt sie Material ab: Da, wo erst ein Metallklotz war, entsteht mithilfe einer Werkzeugmaschine beispielsweise ein Schraubenschlüssel.

Die Werkzeugmaschine bewegt das Werkstück und das Werkzeug gegeneinander, also zum Beispiel den Klotz gegen einen Bohrer, eine Fräse, einen Laser oder etwas anderes – es gibt sehr viele Werkzeuge. Schnell, genau, und auch nach Tausenden Werkstücken mit immer den gleichen Kräften und Geschwindigkeiten. Ein Klassiker.

Material bearbeiten ist das eine, der Aufbau von Material das andere Prinzip, Sachen herzustellen; wir kennen es noch aus der Sandkiste. Ein Beispiel ist der Guss. Sein Vorteil: Er ist ein einfacher Vorgang, aber man braucht Formen, verbraucht viel Energie (Hitze!), und das Produkt steht oft unter hoher Spannung, denn beim Abkühlen schnurrt es zusammen. Folglich ist es hart und bricht leicht. Im Vergleich zum Guss ist insbesondere das Abtragen von Material (das "Zerspanen") in den Fabriken weitaus verbreiteter.

Nicht alles lässt sich ausdrucken

Und die 3-D-Drucker? Ja, da haben Sie schon recht, das ist eine gute Frage. Nur wird sie bereits seit den frühen 1980er Jahren gestellt, als beispielsweise auf einer Hannover-Messe, die ich einst besuchte, ein Laserstrahl Schicht für Schicht eine Plastikflüssigkeit aushärtete, bis ein Objekt entstanden war. Nur hieß das Verfahren damals noch nicht 3-D-Drucken.

In bestimmten Nischen ist es mittlerweile die Technik der Wahl, etwa um Prototypen herzustellen. Für die Massenproduktion von Dingen, die haltbar bleiben sollen, eignen sich 3-D-Drucker zumeist nicht.

Und zwar deshalb, weil in den zerspanenden Maschinen das Wissen von Jahrhunderten darüber steckt, wie sich die gewünschten Oberflächeneigenschaften der Produkte exakt ansteuern lassen, gleichmäßig über sehr hohe Stückzahlen hinweg. Außerdem geht Zerspanen immer noch viel schneller als das Drucken.