Die großen Wissenschaftler unserer Zeit sowie Politiker, Aktivisten, Organisationen und Ökonomen schauen dieser Tage wieder nach Skandinavien. Die Bekanntgabe der Nobelpreise steht kurz bevor. Jedes Jahr erreichen zwischen 200 und 300 Kandidatenvorschläge die verschiedenen Jurymitglieder der einzelnen Kategorien – Medizin, Physik, Chemie, Frieden, Literatur und Wirtschaft.

Denn für den Nobelpreis muss man nominiert werden – von einem früheren Preisträger selbst, einem Lehrstuhlinhaber aus dem jeweiligen Fachgebiet in Skandinavien oder einem Akademiker, den das Nobelkomitee für würdig befindet.

Heute ist es wieder soweit. Den Anfang macht das Gremium des Medizinnobelpreises am Karolinska-Institut im schwedischen Stockholm. Gegen 11:30 Uhr treten seine Mitglieder vor die Kameras und verkünden den oder die diesjährigen Preisträger in der Kategorie Physiologie oder Medizin.

Verliehen werden die Preise seit 1901. Sie gehen auf das Testament des Großindustriellen und Wissenschaftlers Alfred Nobel zurück. Der Erfinder des Dynamits stiftete den Großteil seines Vermögens für die Auszeichnungen, die seinen Namen tragen. Er wollte damit die wichtigsten Entdeckungen, Erfindungen, Fortschritte, literarischen Werke und Friedensbemühungen einzelner Personen würdigen lassen.

Insgesamt erhielten bis 2013 nur 45 Frauen Nobelpreise. Seit 1901 wurden 851 Personen und 25 Organisationen ausgezeichnet. Manche erhielten den Preis mehrfach. So bekam zum Beispiel die Forscherin Marie Curie sowohl den Physik- als auch den Chemienobelpreis. Linus Pauling wurde die Auszeichnung in Chemie und Frieden verliehen. Am häufigsten wurde das Internationale Rote Kreuz geehrt. Drei Mal erhielt es den Friedensnobelpreis.

Die Auszeichnung für Ökonomie ist umstritten, weil sie nicht wie die anderen Nobelpreise auf das Testament zurückgeht, sondern erst 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet wurde. Mit dem Preis wurden meist amerikanische Wirtschaftswissenschaftler geehrt. Bisher war nur eine Frau unter den Preisträgern: Elinor Ostrom.

Mit dem Medizinnobelpreis wurden zuletzt im vergangenen Jahr die Amerikaner James Rothman und Randy Schekman sowie der gebürtige Deutsche Thomas Südhof geehrt. Sie entdeckten die grundlegenden Mechanismen, wie der Körper in seinen Zellen jene Stoffe transportiert, die das Überleben sichern.

Die Nobelstiftung berichtet auch auf Twitter und Facebook über die Preisträger.