Patschscreen, das/die -s

aus Patschehändchen und Touchscreen

Schlimme Verballhornungen gab es in der Computersprache schon immer. Viele funktionieren nach dem Rezept Übersetzung plus Gag. So wurde der Laptop zum Schlepptop, der Flatbed- zum Flachbrett-Scanner. Manchmal steckt hinter solchem Wortgewürfel aber auch der Versuch, etwas bislang Namenloses zu beschreiben. Wie beim Patschscreen.

Es geht um berührungsempfindliche Bildschirme. Die enorme Verbreitung dieser Touchscreens in Multifunktionshandys und Tabletcomputern – für Erwachsene – bedingt geradezu, dass die Industrie sich nun der nächsten Zielgruppe zuwendet, Kleinkindern. Erste Tablets für unter Vierjährige wurden bereits gesichtet: außen herum ein solider Greifring, im Zentrum der Bildschirm.

Demselben Designgedanken folgt ein bekannter Plastikspielzeugfabrikant mit einem kunterbunten iPhone-Halter. Zielgruppe sind Patschehändchen ab sechs Monaten – touché!

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Klonschaf, Genomanalyse und Suchmaschine – noch vor ein, zwei Jahrzehnten hätte kaum ein Zeitgenosse damit etwas anzufangen gewusst, mittlerweile dürften praktisch jedem diese Vokabeln geläufig sein. Die Neuzugänge in unserem Vokabular zeigen, wie sich unsere Welt verändert hat. Aber welche Spuren werden just in diesem Moment hinterlassen? Stefan Schmitt sucht in der Kolumne "Worte von morgen" diese Vokabeln. Im Buch "Von der Digitaldemenz zum Infoveganer" stecken 99 weitere Worte von morgen. Folgen Sie @wortevonmorgen auch auf Twitter.