Unter Wissenschaftlern ist es ein sensationelles Ereignis, wenn Regeln, die seit Jahrzehnten gelten, widerlegt werden. So auch in der Astronomie. Lange Zeit dachten Forscher beispielsweise, dass Planeten niemals die Bahn verlassen, auf der sie ihren zentralen Stern umkreisen. Mit der Entdeckung eines Gasplaneten im Sternbild Pegasus im Jahr 1995 änderte sich diese Sichtweise allerdings grundlegend.

Der Himmelskörper liegt überraschend nah an dem sonnenähnlichen Stern, den er umkreist. Nur 23 Lichtsekunden ist er von ihm entfernt, das entspricht 6.900.000 Kilometern. Die Erde ist von der Sonne fast 22 mal so weit entfernt. Ein Planet, dessen Kern zwar steinern ist, aber sonst nur aus Gas besteht, könnte nie in so kurzer Distanz von einer Sonne entstehen. Es wäre dort viel zu heiß, die Gase würden ins All entfliehen, bevor sie sich zu einem Planeten bündeln könnten. Außerdem hätte das Gas gegen die Winde, die von einem sonnenähnlichen Stern ausgehen, kaum eine Chance.

Die logische Schlussfolgerung: Der Planet muss weiter draußen entstanden sein, wo es kälter und ruhiger ist und sich dann zur Sonne bewegt haben. Doch eine Umlaufbahn verlässt ein Planet nicht ohne Grund. Irgendeine Kraft oder ein anderes Objekt muss ihn auf Umwege gebracht haben.

Welche Kraft ist stark genug, einen riesigen Gasplaneten aus der Bahn zu schieben? Oder kam gar ein anderer Stern vorbei und hat ihn weggeschoben? Warum ist der Planet nicht in die Sonne hineingefallen, sondern hat seine Wanderung kurz vorher gestoppt? Der Astrophysiker Harald Lesch erklärt es im Video.

ZEIT ONLINE zeigt in Kooperation mit ARD-alpha Folgen von Leschs Sendung alpha-Centauri, die den Phänomenen des Weltalls auf den Grund gehen.