Die Astronauten der Internationalen Raumstation ISS sind wieder in das US-amerikanische Segment zurückgekehrt. Dies war nach einem Alarm evakuiert worden, da hochgiftiges Ammoniak ausgetreten sein sollte. Es habe jedoch kein Leck entdeckt werden können, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit und gab Entwarnung.

Wie die Nasa auf ihrer Webseite schrieb, seien die Astronauten zunächst mit Schutzmaske in den Bereich zurückgekehrt und hätten die Luft auf Ammoniak überprüft. Dabei konnten sie aber keine Spuren der Stickstoff-Wasserstoff-Verbindung feststellen. Die Ursache des Fehlalarms werde weiter untersucht, die Raumfahrtbehörde gehe aber von einer Computerpanne aus.

Nachdem der Alarm ausgelöst worden war, hatten sich die Astronauten im russischen Modul in Sicherheit gebracht. Jim Kelly vom Kontrollzentrum sagte aber direkt, er sei "nicht ganz davon überzeugt, dass es sich im ein Ammoniak-Leck handelt." Nach Einschätzung der Experten im US-Kontrollzentrum könnte der Alarm durch "erhöhten Druck, einen defekten Sensor oder ein Problem bei der Übermittlung der Computerdaten" ausgelöst worden sein.

Ammoniak ist ein hochgiftiges Gas und dient unter anderem zur Kühlung des Stromkreislaufs auf der bemannten Raumstation ISS, die derzeit in etwa 400 Kilometern Entfernung um die Erde kreist. Zurzeit arbeiten drei Russen, zwei US-Amerikaner und eine Italienerin auf der Raumstation. Die Italienerin Samantha Cristiforetti teilte über Twitter mit, dass es den Astronauten gut gehe. Der Austritt von Ammoniak gilt neben einem Brand als größte Gefahr für die Forschungsteams auf der ISS.   

Die Internationale Raumstation ist seit mehr als 15 Jahren ein Außenposten der Menschheit. Gut ein Dutzend Staaten beteiligen sich an dem Projekt, neben Ländern der Europäischen Union auch Kanada, Japan, Russland und die USA. Seit dem Jahr 2000 sind ständig Menschen auf der ISS. Sie verbringen jeweils etwa ein halbes Jahr im Orbit. Zu ihren Aufgaben dort gehören Experimente in der Schwerelosigkeit. Forscher erhoffen sich davon auch Erkenntnisse über einen möglichen dauerhaften Aufenthalt im All und für eine bemannte Mars-Mission.

Das Schicksal der Raumstation ist aufgrund der aktuellen politischen Lage ungewiss. Russland hat nach mehr als 15 Jahren ein Ende seines Engagements für 2020 angekündigt. Dies wird unter anderem als Reaktion auf die Sanktionen im Ukraine-Konflikt bewertet.

Per Livestream lässt sich auch an normalen Tagen die Arbeit der Astronauten und der Alltag auf der Station beobachten. Hier sehen Sie aktuelle Live-Bilder: