Artpreneur, der/die -e

aus Art (eng./frz. Kunst) und Entrepreneur (eng./frz. Unternehmer)

Von kreativer Zerstörung ist immer wieder die Rede, wenn alte Branchen unter den Auswirkungen der Digitalisierung leiden: Seht, da geht nicht nur etwas kaputt, es entsteht auch Raum für Neues – so kann man die Redewendung deuten. Ein bloßer Euphemismus?

Tatsächlich ermöglicht die Digitaltechnik es zum Beispiel den meisten Autoren ja erst, ihre eigenen Verleger zu werden. Oder Musikern zugleich als Labelbetreiber oder Konzertveranstalter tätig zu werden. Und zusätzlich neue Erlösquellen aufzutun, die es in der analogen Vergangenheit wohl nicht gegeben hätte. Aus Künstlern werden Unternehmer, so ist das Kompositum Artpreneur (manchmal auch Artepreneur mit einem verbindenden E) gemeint.

Der Begriff entstammt der Ökonomie. Seine beiden Wortbestandteile sind quasi-globales Vokabular. Spätestens seit den Zeiten der New Economy gehört der Entrepreneur auch zum deutschen Wortschatz. Im Gegensatz zum altbekannten Unternehmer umweht ihn ein Hauch von Wagnis, Neuanfang und Risiko – kurzum Start-up-Atmosphäre. Das passt auch für den Artpreneur gut. Denn auch in der Schnittmenge von Technologie, Ökonomie und Kunst heißt es, kreativ zu experimentieren, einerseits mit neuen Möglichkeiten, andererseits mit dem kunstunternehmerischen Risiko.

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Klonschaf, Genomanalyse und Suchmaschine – noch vor ein, zwei Jahrzehnten hätte kaum ein Zeitgenosse damit etwas anzufangen gewusst, mittlerweile dürften praktisch jedem diese Vokabeln geläufig sein. Die Neuzugänge in unserem Vokabular zeigen, wie sich unsere Welt verändert hat. Aber welche Spuren werden just in diesem Moment hinterlassen? Stefan Schmitt sucht in der Kolumne "Worte von morgen" diese Vokabeln. Im Buch "Von der Digitaldemenz zum Infoveganer" stecken 99 weitere Worte von morgen. Folgen Sie @wortevonmorgen auch auf Twitter.