Ursprünglich sollte die Rosetta-Mission im Dezember 2015 enden. Doch nun darf die Sonde noch bis September 2016 im All arbeiten. Das hat die Europäische Weltraumorganisation ESA bekannt gegeben. Dem nicht genug: Die Wissenschaftler wollen die Mission mit einer zweiten Landung auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko krönen. In den letzten drei Monaten soll die Rosetta-Sonde ihn in immer engeren Bahnen umkreisen, dabei viele weitere Daten sammeln und schließlich auf der Oberfläche aufsetzen.

Damit soll sie dem Landeroboter Philae folgen, den Rosetta nach zehnjähriger Reise im vorigen November auf Komet Tschuri abgesetzt hat. Philae war erst nach mehreren Hüpfern an einem schattigen Ort zum Stehen gekommen. Nachdem er etwa 60 Stunden auf dem Kometen in Betrieb war, hatte sich der Lander wegen Strommangels am 15. November 2014 abgeschaltet. Rosetta hingegen begleitet den Kometen seit ihrer Ankunft und schickt stetig neue Daten.

Am 14. Juni schließlich ist Philae aus seinem Winterschlaf erwacht und hat seitdem mehrere Datenpakete zur Erde übertragen. Die Wissenschaftler der Mission planen derzeit, weitere Experimente mit dem Lander auf der Kometenoberfläche durchzuführen.

Im August wird Tschuri seinen sonnennächsten Punkt erreichen. Sonde und Lander sollen während Tschuris Annäherung an das Zentralgestirn beobachten, wie der Komet sich unter der Sonneneinstrahlung verändert. Ob Rosetta wirklich landen können wird, lasse sich erst danach beurteilen, sagte Missionsmanager Patrick Martin. Bei der Annäherung an die Sonne wird es heißer auf dem Kometen, die technischen Geräte werden dadurch besonders beansprucht.

Dass die Mission verlängert wird, feiern die Wissenschaftler als großen Erfolg, unabhängig davon, ob Rosetta nun auf Tschuri landen wird oder nicht. "Das sind fantastische Neuigkeiten für die Wissenschaft", sagt ESA-Wissenschaftler Matt Taylor. "Wir werden in der Lage sein, die abnehmende Aktivität des Kometen zu beobachten, wenn er sich wieder von der Sonne entfernt."  

In den letzten Monaten haben Wissenschaftler anhand der bereits vorliegenden Daten Zusammensetzung und Struktur des Kometen eingehend untersucht und neue Hinweise auf seine Entstehung gewonnen. Neben Erkenntnissen über Tschuri selbst erhoffen sich die Forscher von der Mission Informationen über die Frühzeit des Sonnensystems und über die Herkunft des Wassers auf der Erde.