Mit einem neuen Satelliten der Sentinel-Serie will sich Europa einen Vorsprung bei der Klimakompetenz sichern. Per Vega-Rakete brachte die europäische Arianespace einen weiteren Satelliten ins All, sie startete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Der Satellit ist 1,1 Tonnen schwer und soll die Erde in einer Höhe von 786 Kilometern umkreisen. Von dort lassen sich nach Angaben der Experten mehr als die Hälfte der klimarelevanten Parameter beobachten.

Bis 2021 wollen Europäische Kommission und die europäische Weltraumorganisation Esa insgesamt zehn Sentinel-Satelliten (Englisch für Wächter) um die Erde kreisen lassen. Die Satelliten sollen aus dem Weltall Daten für das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus liefern. Der erste startete im April 2014. Das mit rund sechs Milliarden Euro konzipierte Programm nutzt neben den zehn vorgesehenen eigenen Satelliten auch Daten anderer Raumfahrtprojekte und kombiniert die Informationen mit Messungen von Ballons, Flugzeugen, Wetterstationen, Flusspegeln oder Messbojen. 

Der Sentinel-2A-Satellit soll die Oberfläche der Erde detailliert abtasten. Ziel ist es, Daten über die Landoberflächen, die Ozeanen und der Atmosphäre zu sammeln.

Die Daten, die der Satellit übertragen soll, sind weitgehend frei zugänglich. Von ihnen erhoffen sich die Auftraggeber in Kourou Möglichkeiten für schnelle Hilfe bei Katastrophen oder gezielte Reaktionen auf Ernteprobleme. Die Entwicklung des Klimas soll analysiert und das Wachstum von Städten erfasst werden. Auf Grundlage der Informationen können Politiker etwa über Strukturmaßnahmen entscheiden. Die Daten stehen auch Unternehmen, Landwirtschaft oder Wissenschaft zur Verfügung.

Das Programm Copernicus wird allerdings auch kritisiert, denn die Überwachung von Grenzen wird mit dem Datenmaterial aus Radar- oder Spektralaufnahmen einfacher. Copernicus kann auch Flüchtlingsströme erfassen – und so bei der Grenzsicherung helfen.