Zum dritten Mal innerhalb von neun Monaten ist eine Weltraumrakete bei einem Versorgungsflug zur Internationalen Raumstation ISS explodiert. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa explodierte die Rakete vom Typ Falcon 9 wenige Minuten nach dem Start, noch bevor sich die Raumkapsel Dragon mit 1,8 Tonnen Fracht von der Rakete lösen und auf ihre Erdumlaufbahn gebracht werden konnte. Die Ursache war zunächst unklar.

Die Raumfähre der Firma SpaceX hätte Proviant, Experimente und ein neues Andockmodul zur ISS bringen sollen, eine Art riesigen Parkplatz, der es privaten bemannten Missionen künftig erleichtern soll, an die Raumstation anzudocken. Es hätte der siebte Versorgungsflug eines Dragon-Raumfrachters werden sollen. Die bisherigen Lieferungen des Betreibers SpaceX hatten erfolgreich die Internationale Raumstation erreicht.

Für die ISS ist eine solche Lieferung wichtig; die Nasa versucht seit dem Herbst, eine Versorgungsrakete zu schicken. Im April geriet ein russischer Raumfrachter nach dem Start außer Kontrolle und verglühte. Im Oktober explodierte eine Rakete der privaten Raumfahrtfirma Orbital Sciences nach dem Start. Auf der ISS befinden sich derzeit sechs Astronauten, für sie besteht jedoch keine unmittelbare Gefahr. Die Vorräte an Bord der Station würden noch bis etwa Oktober reichen, sagte der Programmverantwortliche der Nasa für die Raumstation, Mike Suffredini. Ein nächster Versorgungsflug Russlands zur ISS soll am Freitag von Kasachstan aus starten.

Mit der Explosion der Falcon-Rakete scheitert auch der dritte Versuch der Firma SpaceX, die erste Raketenstufe nach dem Start wieder auf einer Plattform im Meer landen zu lassen. Ziel ist es, die Raketenstufe zu recyceln und somit die Kosten für die Raumfahrt massiv zu senken. Noch ist eine Weltraumrakete so teuer wie ein Jumbojet – und kann nur für einen Flug eingesetzt werden.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 29. Juni 2015 aktualisiert und ergänzt. Eine missverständliche Formulierung im Teaser wurde geändert. Im letzten Absatz wurde zudem korrigiert, dass die Betreiberfirma SpaceX mit dem Recycling von Raketen experimentiert, nicht die Nasa.