Nach mehreren Monaten Funkstille hat sich der Landeroboter Philae auf dem fernen Kometen Tschuri gemeldet. Der Landeroboter habe der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) am Samstag um 22.28 Uhr ein Signal übermittelt und die ersten Datenpakete zur Erde gesendet, teilte eine Sprecherin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit. Laut der Esa hat der Kontakt 85 Sekunden gedauert.  

Nach ersten Erkenntnissen habe Philae schon seit mehreren Tagen Daten aufgezeichnet, sagte die Sprecherin. Somit wäre der Landeroboter schon länger aus seinem Winterschlaf erwacht. Nur die Kontaktaufnahme zur Erde – aus mehr als 300 Millionen Kilometern Entfernung – gelang erst mit Verspätung.

 "Wir sind froh und glücklich. Die Chance, jetzt Wissenschaft mit dem Lander zu machen, ist groß", sagte der DLR-Projektleiter Stephan Ulamec.

Die bislang gesendeten Daten sollen den Wissenschaftlern auf der Erde jetzt bei der weiteren Kontaktaufnahme helfen. Bislang habe der Landeroboter nur Daten über sich selbst gesendet, darunter Informationen zu Temperaturentwicklung und Sonnenbestrahlung. Daraus könne das DLR ableiten, wie es in den nächsten Wochen weitergehe.

"Irgendetwas stimmt mit der Geometrie nicht", sagte Ulamec. "Damit wir länger kommunizieren können, müssen wir zusammen mit der europäischen Raumfahrtagentur Esa die Raumsonde Rosetta im Orbit des Kometen neu ausrichten."

Wenn das gelingt, könnte die Bodenstation bis Mitte Oktober zu Philae Kontakt halten. Der Tschuri-Komet bewegt sich derzeit auf die Sonne zu. "Den nächsten Punkt zur Sonne hat der Komet Mitte August", sagte Ulamec. Bis in den Herbst könne der Roboter noch Energie auftanken.  

Nach zehnjähriger Reise mit der Raumsonde Rosetta war Philae im vorigen November auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, kurz Tschuri, gelandet, allerdings im Schatten. Wegen Strommangels musste der Roboter auf Sonne warten, um neue Energie laden zu können. Philae hatte sich am 15. November 2014 abgeschaltet, nach dem er etwa 60 Stunden auf dem Kometen in Betrieb war. Zudem hatten die Forscher ihren genauen Standort verloren.

Seit dem 12. März 2015 war immer wieder die Kommunikationseinheit auf der Raumsonde Rosetta eingeschaltet, um den Lander zu rufen und seine Antwort zu empfangen.