Eine Sojus-Raumkapsel mit drei Raumfahrern an Bord hat die Internationale Raumstation erreicht. Um 4:45 Uhr (MESZ) dockte die Kapsel rund 400 Kilometer über der Erde reibungslos an der ISS an, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Die Rakete mit der Raumkapsel Sojus TMA-17M war rund fünf Stunden und 45 Minuten zuvor vom kasachischen Weltraumbahnhof in Baikonur abgehoben, 15 Minuten später war sie in den Orbit eingetreten und hatte daraufhin zunächst viermal die Erde umrundet.

An Bord sind der Russe Oleg Kononenko, der US-amerikanische Nasa-Astronaut Kjell Lindgren und der Japaner Kimiya Yui. Sie sollen 163 Tage im All bleiben und das dortige Team verstärken. Auf der ISS treffen sie auf die beiden russischen Kollegen Gennadi Padalka und Michail Kornijenko sowie auf den US-Astronauten Scott Kelly. Kornijenko und Kelly sind bereits seit mehr als vier Monaten auf der ISS im Einsatz, der für sie fast ein Jahr dauert.

Der ursprünglich Ende Mai geplante Start von Kononenko, Lindgren und Yui war um rund zwei Monate verschoben worden, nachdem im April ein unbemannter russischer Raumfrachter in die falsche Umlaufbahn geraten und abgestürzt war. Dies hatte Besorgnis über die Sicherheit der russischen Raketentechnik ausgelöst. Auch die zunächst für Mitte Mai geplante Rückkehr von drei Besatzungsmitgliedern der ISS verzögerte sich deswegen. Ein anderer russischer Transporter vom Typ Progress M-28M wurde Anfang Juli erfolgreich gestartet und konnte der ISS-Besatzung Lebensmittel und andere dringend benötigte Güter ins All bringen.  

Kononenko, Lindgren und Yui erklärten vor dem Start, sie seien gut vorbereitet worden und machten sich keine Sorgen, dass etwas schiefgehen könnte. "Jetzt habe ich mehr Vertrauen in die Zuverlässigkeit (der Sojus)", sagte Lindgren. Für Yui und ihn ist es die erste Reise in den Weltraum. Yui sagte vor dem Start auf einer Pressekonferenz, als kleine Leckerei für seine Kollegen nehme er ein wenig Sushi mit.

In den vergangenen Monaten hatte es mehrere Pannen in der Raumfahrt gegeben. Drei Versuche, die internationale Raumstation in unbemannten Missionen mit Nachschub zu versorgen, schlugen fehl. Ende Juni waren die USA an der Aufgabe gescheitert; eine Trägerrakete der Raumfahrtfirma SpaceX brach kurz nach dem Start auseinander, der Transporter wurde zerstört. Im April geriet ein russischer Frachter auf dem Weg zur Raumstation ins Trudeln und verglühte in der Atmosphäre. Und bereits im Oktober vergangenen Jahres war eine US-Rakete der Firma Orbital Sciences beim Start mit einem Transporter außer Kontrolle geraten und musste gesprengt werden.