Die US-Weltraumbehörde Nasa hat einen weiteren erdähnlichen Planeten entdeckt. Auf einer Pressekonferenz bezeichnete sie Kepler-452b als "älteren Cousin" der Erde. Von allen bislang entdeckten Planeten ähnele der Planet bislang am meisten der Erde, sagte Nasa-Sprecher John Grunsfeld. "Dieses aufregende Ergebnis bringt uns einen Schritt näher zur Entdeckung einer Erde 2.0."

Die Entdeckung beruht auf Messdaten des Weltraumteleskops Kepler. Der Planet mit dem sperrigen Namen befindet sich laut Nasa in einem etwa 1.400 Lichtjahre entfernten Sytem und umkreise einen Stern in ähnlicher Entfernung wie die Erde die Sonne – in der sogenannten bewohnbaren Zone. Ein Jahr auf dem Exoplaneten habe 385 Tage und damit nur etwas mehr als die Erde. Damit sei es nicht unwahrscheinlich, dass auch dort flüssiges Wasser existiere, eine Grundvoraussetzung für Leben. Bislang haben die Forscher auf dem fernen Planeten allerdings weder Wasser noch Leben entdeckt.

Kepler-452b ist nur etwa 1,5 Mal größer als die Erde, allerdings mit sechs Milliarden Jahren etwa 1,5 Milliarden Jahre älter. Masse und Zusammensetzung des Exoplaneten könnten noch nicht geklärt werden, allerdings sei es nicht unwahrscheinlich, dass es Felsformationen gibt. "Wir können uns Kepler-452b als einen älteren und größeren Cousin der Erde vorstellen", sagte ein Sprecher der Nasa. Der neu entdeckte Planet ist fünf Prozent weiter von seinem sonnenartigen Stern Kepler-452 entfernt, als die Erde von der Sonne. 

"Es ist beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass dieser Planet sechs Milliarden Jahre in der bewohnbaren Zone eines Sterns verbracht hat, länger als die Erde", sagte Nasa-Wissenschaftler Jon Jenkins. "Das ist eine wesentliche Möglichkeit für die Entstehung von Leben - wenn denn alle wesentlichen Voraussetzungen und Konditionen dafür auf diesem Planeten existieren."

Das Kepler-Teleskop hat von 2009 bis 2013 die Helligkeit von etwa 150.000 Sternen überwacht. Planeten verraten sich durch winzige, regelmäßig auftretende Abschwächungen der Helligkeit, wenn sie – von der Erde aus gesehen – auf ihrer Umlaufbahn vor dem Stern vorüberziehen. Aus der Stärke der dabei auftretenden Abschwächung der Helligkeit können die Astronomen unmittelbar die Größe des Planeten ablesen. Mithilfe von Kepler haben die Astronomen bislang mehr als eintausend Exoplaneten entdeckt, weitere mehr als 3.000 Kandidaten warten auf ihre Bestätigung durch zusätzliche Beobachtungen. Durch den Ausfall von zwei Steuerungskreiseln lässt sich das Weltraumteleskop seit Mai 2013 aber nicht mehr korrekt ausrichten.