Sie haben nur noch sechs Wochen Zeit: Die EU-Staaten sind weiter uneins darüber, ob das Pflanzenschutzmittel Glyphosat eine neue Zulassung erhalten wird. Bei ihrer Sitzung in Brüssel konnten sich Vertreter von 28 Ländern nicht auf eine gemeinsame Position einigen. Damit ist weiterhin offen, ob das Mittel auch in Zukunft in Europa eingesetzt werden kann. Die aktuelle Zulassung gilt noch bis zum 30. Juni.

Bei einem Treffen kam es nach Angaben aus EU-Kreisen gar nicht erst zur formellen Abstimmung. Es war bereits klar, dass eine nötige Mehrheit für oder gegen die Neuzulassung in Europa am heutigen Tag nicht erreicht werden kann.

Falls die EU-Staaten sich weiterhin nicht einigen können, müsste am Ende die EU-Kommission entscheiden.

Ursprünglich wollte die EU bereits im März über eine Verlängerung entscheiden, verschob die Abstimmung aber auch damals wegen zu unterschiedlicher Meinungen. Wie es mit dem Zulassungsverfahren nun weitergeht, ist noch unklar.

Glyphosat ist der weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichter. In der Vergangenheit hatten sich Hinweise gemehrt, dass die Substanz Mensch und Tier schaden könnte. Doch ein letzter Beweis dafür fehlt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Stoff noch im März als "wahrscheinlich krebserregend" klassifiziert, das deutsche Bundesamt für Risikobewertung (BfR) und mittlerweile auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hingegen als "nicht krebserregend". Im Mai dieses Jahres kam ein Fachgremium, an dem die WHO ebenfalls beteiligt ist, zu dem Ergebnis: "Glyphosat ist nicht krebserregend".

Glyphosat - Diskussionen um Unkrautvernichter Die EU will diese Woche über die Neuzulassung von Glyphosat entscheiden. Unklar ist bislang, ob das Unkrautvernichtungsmittel krebserregend ist oder nicht.