Angesichts der schnellen Ausbreitung des Gelbfiebers in Zentralafrika bis nach China hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zwei Millionen mehr Impfstoffdosen bestellt. Mit einer intensivierten Massenimpfkampagne hofft sie, die Tropenkrankheit, die bereits über 300 Menschen das Leben gekostet hat, unter Kontrolle zu bringen. Das teilte die WHO nach einer Notfallsitzung mit WHO-Experten in Genf mit.

"Gelbfieber ist eine verheerende Krankheit mit einer hohen Sterberate und einer schnellen Verbreitungsrate aus den Städten heraus", sagte der stellvertretende WHO-Generaldirektor, Bruce Aylward. "Wir glauben, dass das genügend Impfstoff ist, um die bis jetzt bekannte Übertragung zu stoppen." Schwierig könnte es aber werden, falls es neue explosive Ausbrüche in anderen Städten gebe.

Am stärksten betroffen ist Angola, vor allem die Hauptstadt Luanda. Die WHO hat dort 763 Krankheitsfälle bestätigt. Weitere 2.300 Krankheitsfälle wurden aus dem südwestafrikanischen Land gemeldet. Von dort hat sich das Virus trotz breit angelegter bisheriger Impfkampagne durch Reisende schnell ins benachbarte Kongo, aber auch nach Kenia und bis nach Asien verbreitet. Uganda hat einen von Angola unabhängigen Ausbruch gemeldet.

Inzwischen hat die WHO in Angola 7,7 Millionen der über 24 Millionen Einwohner geimpft. Mit zusätzlichen zwei Millionen Dosen zu den fünf Millionen, die die WHO derzeit hat, hofft sie, den Ausbruch ganz zu stoppen. Zusätzlich hat die WHO die vier Produzenten für Geldfieberimpfstoffe beauftragt, mehr Impfstoffe zu herzustellen. Bis Ende August sollten es 17 oder 18 Millionen Dosen sein.

Gelbfieber verursacht meist Fieber, Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, kann aber bis zu Nierenversagen und dem Tod führen. Besonders gefährdet sind Menschen, die noch nie Kontakt mit dem Virus hatten und die nicht geimpft sind. Viele Affen in Zentralafrika und Südamerika tragen das Virus in sich. Überträger der Krankheit sind bestimmte Mücken, die auch das Zika-Virus übertragen. Hauptüberträger ist die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti).