Fünf Jahre lang reiste Juno durchs All. Nun ist sie am Ziel: Die Raumsonde hat sich von Jupiters gewaltiger Masse einfangen lassen und fliegt nun in der geplanten Umlaufbahn um den Planeten. 33 Mal soll sie ihn umkreisen und dabei immer tiefer in seine Atmosphäre eintauchen. Die Daten, die sie dabei sammeln wird, hat keine Sonde zuvor erfasst. Es gilt etwa herauszufinden, ob Jupiter einen festen Kern besitzt, und die Quelle seines Magnetfeldes aufzuspüren.


Am 5. August 2011 war Juno an Bord einer Atlas-Rakete von der Erde aus gestartet. Solarzellengetrieben hat sie rund drei Milliarden Kilometer zurückgelegt. Extra Schwung holte sich Juno zwischendurch in einem Swing-by-Manöver: Im Oktober 2013 flog die Sonde nah der Erde vorbei, um deren Schwerkraft zur Beschleunigung zu nutzen.

An Bord befinden sich zahlreiche Messgeräte, darunter ein Magnetometer, um mehr über die Beschaffenheit des Jupiter-Magnetfeldes zu erfahren sowie Ultraviolett- und Infrarotkameras, mit deren Hilfe Forscher die Zusammensetzung der Atmosphäre des Planeten bestimmen wollen. Zudem trägt die Sonde mit der JunoCam eine Kamera für die Öffentlichkeitsarbeit der Nasa mit sich, die kostenlos verfügbare Farbfotos des Planeten aufnimmt.

Jupiter, ein überdimensionierter Ballon

Jupiter ist mit einem Äquatordurchmesser von rund 143.000 Kilometern der größte Planet in unserem Sonnensystem. Während Merkur, Venus, Mars und die Erde aus fester Materie bestehen, handelt es sich beim Jupiter um einen Gasriesen. Gewissermaßen ist er ein überdimensionierter Ballon, der sogar in Wasser schwimmen würde. Seine Oberfläche ist geprägt durch dichte Wolken. Was unter diesen Schichten liegt, ist unbekannt – bis jetzt. Juno soll das von nun an aufklären.

Wenige Tage vor der Ankunft der Sonde erreichen Aufnahmen von Jupiter die Erde, die das Weltraumteleskop Hubble gemacht hatte. Fotos und Videos entstanden mithilfe ultravioletten Lichts und zeigen riesige, blitzende Polarlichter an einem Pol des Planeten.

Polarlichter entstehen, wenn das Magnetfeld des Planeten geladene Teilchen in die Polarregionen leitet. Treffen sie dort auf andere Teilchen in der Atmosphäre, beeinflusst das ihre Energie: Sie beginnen zu leuchten. Jupiters Magnetosphäre ist 20.000-mal stärker als die der Erde. Entsprechend beeindruckend fallen die Lichter aus.

Doch nicht nur Hubble, auch Juno hat bereits etwas geliefert: das "Brüllen" des Planeten, wie die Nasa es nennt. Das Geräusch entstand, als die Sonde die Grenze von Jupiters magnetischem Feld passierte:

Das Ende der Mission ist für Februar 2018 geplant. In einem kontrollierten Absturz soll Juno dann tief in die Wolken des Jupiters eintauchen und dort verdampfen.

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