Es ist eine historische Mission der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, die am Freitagnachmittag mit einer spektakulären Kometen-Landung zu Ende gegangen ist: Nach zwölf Jahren im All ist die Raumsonde Rosetta auf Tschuri aufgesessen. Damit ist ihre Arbeit für immer beendet. Auf dem Kometen wird sie jetzt im Weltall entschwinden. 

Das Signal, dass Rosetta tatsächlich sanft gelandet ist, kam mit einer Verzögerung von etwa 40 Minuten auf der Erde an. Es ist die Bestätigung, dass die Sonde auf dem Kometen, der mit ganzem Namen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko genannt wird, angekommen ist. Der Chef des Esa-Flugbetriebs, Paolo Ferri, sagte, die Mission sei damit ein für alle Mal beendet. Rosetta "bleibt in der Kälte für immer und ewig". Geplant war, dass sich Rosetta beim Aufsetzen auf den 720 Millionen Kilometer von der Erde entfernt Kometen ausschaltet.

Im Kontrollzentrum der Esa in Darmstadt war es am Nachmittag mucksmäuschenstill, alle Mitarbeiter der Weltraumagentur starrten gespannt auf die Monitore. Nur hier und da war ein nervöses Lachen zu hören. Ein Esa-Mitarbeiter sagte: "Es ist das erste Mal seit Jahren, dass hier kein Stress herrscht, nicht hektisch gearbeitet wird."

Rosettas Reise vom Start 2004 bis zum letzten Aufsetzen zwölf Jahre später © ESA

Rosettas Reise dauerte zehn Jahre, fünf Monate und vier Tage. 6,4 Milliarden Kilometer hat sie seitdem zurückgelegt. Viermal musste die Sonde die Sonne umkreisen, dreimal hat sie sich von der Erde und einmal vom Mars zusätzlichen Schwung geholt und ist quer durch den Asteroidengürtel weit aus dem inneren Sonnensystem hinausgeflogen. Außergewöhnlich an dieser Mission war außerdem, dass Rosetta nach einer zweieinhalbjährigen Tiefschlafphase in eisiger Dunkelheit ihr heutiges Ziel punktgenau getroffen hat.

In Kometen stecken die wahrscheinlich ältesten weitgehend unveränderten Reste aus der Zeit vor 4,6 Milliarden Jahren, in der sich das Sonnensystem bildete. Die nun beendete Mission wird die Forscher noch lange beschäftigten: Die wissenschaftliche Auswertung der von Rosetta übertragenen Daten zur Beschaffenheit des Kometen wird noch Jahre dauern.

Auf Tschuri war bereits vor fast zwei Jahren eine historische Landung gelungen. Auf dem Kometen ging das Mini-Labor Philae nieder. Die Raumsonde Rosetta hatte es an Bord zu Tschuri gebracht.

In einer weiteren Mission haben Esa-Wissenschaftler vor, zusammen mit der US-Raumfahrtagentur Nasa einen Asteroiden zu erforschen. Das Programm muss noch genehmigt werden.