Heute ist bekannt, dass der Prozess längst nicht immer problemlos abläuft. Geht etwas schief, sind verschiedene Krankheiten die mögliche Folge, Parkinson beispielsweise. Auch fanden Forscher einen Zusammenhang zwischen fehlerhafter Autophagie und Typ-2-Diabetes, Herzkrankheiten oder Krebs.

Dank Yoshinori Ohsumi habe die Welt gelernt, wie bedeutend die Autophagie für Gesundheit und Krankheit des Menschen ist, gab das Nobelpreiskomitee in Schweden bekannt. Er habe "brillante Experimente" mit Hefe vorgenommen und es damit geschafft, die Gene der Autophagie zu identifizieren. "Erst die Entdeckung der Gene und die Erklärung der molekularen Maschinerie haben zu einem neuen Verständnis des Recyclings in Zellen geführt."

Ohsumi hatte seine Promotion 1974 an der Universität Tokio erworben und anschließend drei Jahre an der Rockefeller-Universität in New York geforscht. Nach seiner Rückkehr gründete er sein eigenes Labor in Tokio, wo er seit 2009 eine Professur am Institut für Technologie hat. Der Sekretär der Nobeljury, Thomas Perlmann, sagte, Ohsumi sei "etwas erstaunt" gewesen, als er ihn am Telefon über die Auszeichnung informiert habe. Gefreut aber hat er sich trotzdem.

Am Todestag Alfred Nobels, dem 10. Dezember, wird Ohsumi den Preis offiziell entgegennehmen. Er erhält eine Urkunde, die goldene Medaille mit dem Konterfei des Stifters und ein Preisgeld von 830.000 Euro.

Im vergangenen Jahr teilten sich den Medizin-Nobelpreis die Parasitenforscher William C. Campbell und Satoshi Omura mit der Forscherin Tu Youyou. Alle drei hatten Therapien gegen Malaria oder Flussblindheit möglich gemacht. Dank der Wirkstoffe, die sie entdeckten, konnten seit den 1970er Jahren Millionen Menschenleben gerettet werden.

Verfolgen Sie die ganze Nobelpreisberichterstattung auf dieser Seite.

Ohne diese Nobelpreise wäre das Leben härter

Ohne diese Nobelpreise wäre das Leben härter

Antibiotika, Internet, MP3-Player – gäbe es so nicht, hätten Forscher nicht die Grundlagen entwickelt. Unsere Top 10

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Nobelpreise

Danke dafür!

Nobelpreise gibt’s für öde Forschung von alten Knackern? Von wegen! Ohne die seit 1901 ausgezeichneten Entdeckungen wäre unser Leben um einiges beschwerlicher. Hier kommen zehn Dinge, die wir Nobelpreisträgern zu verdanken haben:

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Moderne Kommunikation

Moderne Kommunikation

Internet, Mobilfunk, Digitalkameras – das gäbe es alles nicht, wäre unentdeckt, dass man Daten mit Licht durch Glasfaser schicken kann.

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Physik-Nobelpreis

2009 gab es die Auszeichnung

Den Preis bekamen Charles K. Kao, Willard S. Boyle & George E. Smith. 1966 hat Kao die Grundlagen für den Informationstransfer in Glasfasern gelegt. Boyle und Smith entwickelten CCD-Chips („Charge Coupled Device“). Die stecken etwa in Webcams.

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Richtig. Es war 1928 als Alexander Fleming in einer seiner Bakterienkulturen auf den Schimmelpilz Penicillium notatum stieß. Normalerweise ein Grund, die Kultur wegzuwerfen. Doch Fleming sah, dass die Bakterien um den Pilz verschwunden war. Sein Fazit: Der Pilz tötet Bakterien ab. Könnte es ein medizinisches Mittel sein? Er testete es an Wunden und stellte fest: durchaus. Doch erst 1941 wurde der erste Mensch mit dem neuen Mittel behandelt.

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Bereits in den achtziger Jahren entdeckte Peter Grünberg den Riesenmagneto-Widerstandseffekt (GMR). Der Effekt brachte Computern den Durchbruch. Ohne ausreichend Speicher sind die Geräte nahezu nutzlos. Hier kommt der GMR-Effekt ins Spiel: Er dient zum präzisen Auslesen von Daten und ermöglichte es so Ende der Neunziger, Festplatten mit Gigabyte-Kapazitäten zu bauen. Der MP3-Player konnte entstehen.

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