UPDATE: Lesen Sie den ausführlichen Hintergrund zur Forschung der Physik-Nobelpreisträger 2016. Am Mittwoch, geht es weiter mit der Bekanntgabe der Auszeichnung in Chemie, die Sie hier im Wissen-Ressort ab 11.30 Uhr live aus Stockholm verfolgen können. Unsere komplette Berichterstattung zu den Nobelpreisen finden Sie auf dieser Seite.

Am Dienstag teilte das Nobelpreiskomitee in Stockholm mit, wer dieses Jahr den Physiknobelpreis bekommt. Hier können Sie eine Zusammenfassung der Bekanntgabe sowie der anschließenden Pressekonferenz sehen.

Der Nobelpreis ist die größte Auszeichnung der Wissenschaft. Vergeben wird sie für Entdeckungen oder Erkenntnisse, die der Menschheit enormen und dauerhaften Nutzen gebracht haben.

Nie zuvor hatte es so starke Hinweise darauf, wer den Preis erhalten könnte, wie in diesem Jahr: Im Februar hatte ein internationales Forscherteam Gravitationswellen entdeckt. Im Juni folgte mit der Auswertung eines weiteren Signals aus dem All die Bestätigung. Der Nachweis dessen, was Albert Einstein stets vorhergesagt hatte, war der größte Coup seit Jahren. Seither gelten alle Beteiligten als wahrscheinliche Kandidaten für den Physiknobelpreis 2016. Allerdings hat das Nobelkomitee schon häufig anders entschieden als erwartet. So auch in diesem Jahr. Den Preis teilen sich David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz. Die theoretischen Physiker haben sich mit Zuständen von Materie im Quantenbereich befasst.

Bereits am Montag hatte die Jury dem Zellbiologen Yoshinori Ohsumi einen Nobelpreis verliehen. Anfang der neunziger Jahre hatte der Japaner herausgefunden, wie Zellen sich zum Teil selbst zerstören und was diesen Prozess der Autophagie auslöst. Die Selbstzerstörung ist aus mehreren Gründen wichtig: Zellen gewinnen auf diese Weise etwa schnell Energie und Bausteine für neue Zellteile. Gestresste Zellen können sich so rasch regenerieren.

Am Todestag Alfred Nobels, dem 10. Dezember, werden die Preise verliehen. Die Geehrten erhalten eine Urkunde und die goldene Medaille mit dem Konterfei des Stifters. Zusätzlich erhalten die Ausgezeichneten das Preisgeld, das aber versteuert werden muss. Gibt es mehrere Preisträger in einer Kategorie, wird es aufgeteilt.

Der Nobelpreis in Physik 2015 ging an die Teilchenphysiker Takaaki Kajita aus Japan und den Kanadier Arthur B. McDonald für den Beweis, dass Neutrinos Masse haben. Die Elementarteilchen entstehen beispielsweise im strahlenden Innern der Sonne. Jahrelang schien ein Teil der Partikel auf dem Weg in die Messgeräte der Forscher einfach zu verschwinden. Kajita und McDonald bewiesen: Die Teilchen gehen nicht verloren, dahinter steckt bloß eine bis dato unbekannte Physik.

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