Die Weltartenschutzkonferenz Cites in Johannesburg hat einen besseren Schutz für 55 bedrohte Reptilienarten beschlossen. "Reptilien werden leider wenig beachtet, aber viele von ihnen stehen am Rand der Ausrottung und der Handel mit ihnen muss gestoppt werden", kommentierte eine Sprecherin der Tierschutzorganisation Pro Wildlife die Entscheidung vom Sonntag. "Das Ergebnis hier ist deshalb großartig." 

Künftig gilt für fünf seltene Alligator-Baumschleichen-Arten aus Guatemala ein weltweites Handelsverbot, ebenso für den Türkisenen Zwerggecko aus Tansania, den Psychedelischen Gecko aus Vietnam sowie die Krokodilschwanzechse aus China und Vietnam. Für Dutzende weitere Arten (darunter alle Zwergchamäleons, Rhampholeon und Rieppeleon) unterliegt der Handel künftig Beschränkungen, um die Wildfänge auf ein nachweislich naturverträgliches Maß zu reduzieren.

Die Europäische Union und diverse Herkunftsländer hatten die Schutzanträge für 55 Reptilienarten auf der Cites eingereicht. Alle Anträge wurden in erster Instanz angenommen, die Bestätigung der Entscheidungen im Plenum ist somit nur noch eine Formsache. 

"Bisher, wenn es bei Cites um Reptilien ging, war vor allem der Fang für die asiatischen Fleischmärkte Thema – nun wird endlich auch die fatale Rolle des Heimtierhandels angegangen. Hier hat sich die EU ihrer großen Verantwortung gestellt", so Pro Wildlife. Ende 2014 hatte die Tier- und Naturschutzorganisation in einem Bericht dokumentiert, wie vor allem europäische Tierschmuggler systematisch seltene, in ihrer Heimat streng geschützte Arten einsammeln und illegal außer Landes schaffen. In Europa, wo der Verkauf dann legal sei, würden sie schließlich für Rekordpreise verkauft. Viele Schmuggler seien demnach EU-Bürger, die Szene treffe sich auf den europäischen Reptilienbörsen, wie der weltgrößten ihrer Art, der Terraristika in Hamm, Nordrhein-Westfalen.  

In Johannesburg findet bis zum 5. Oktober die Weltartenschutzkonferenz statt. Bei der Cites-Konferenz treten Delegationen aus über 180 Ländern zusammen, um über bedrohte Tiere und Pflanzen zu beratschlagen. Hintergrund ist das Cites-Abkommen bzw. Washingtoner Artenschutzübereinkommen, das seit 1973 den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten überwachen und regulieren soll. In diesem Abkommen werden bedrohte Tier- und Pflanzenarten gelistet.

© Cameron Spencer/Getty Images
Wildtiere im Schlussverkauf

Wildtiere im Schlussverkauf

Löwenknochen sollen potenter machen, Elefanten liefern Elfenbein. Acht Tiere (und drei Pflanzen), die das Cites-Abkommen schützen soll.

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Handel mit wilden Arten

Wie viel lässt sich jährlich verdienen?

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Korrekt. Umweltschutzorganisationen schätzen, dass Händler mit dem Verkauf von Wildtieren und -pflanzen jährlich weltweit etwa 323 Milliarden Dollar umsetzen.

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17. Artenschutzkonferenz

Entscheidung über Leben und Tod

Solange wild lebende Wesen nicht durch das Cites-Abkommen geschützt sind, dürfen sie international gehandelt werden. Ab dem 24. September wird daher über neue Verbote verhandelt, 175 Anträge insgesamt. Im Fokus: Elefanten, Nashörner und Löwen.

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Luxusprodukte

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100 Elefanten pro Tag haben Wilderer in Afrika in den letzten Jahren getötet. Obwohl die Jagd verboten ist. Sie wollen Elfenbein, ein Stoßzahn bringt bis zu 10.000 US-Dollar. Auf der Welt-Artenschutzkonferenz wurde nun beschlossen, Elfenbeinmärkte zu schließen, die zu illegalem Handel oder Wilderei beitragen, zu schließen. Außerdem soll es Richtlinien gegen unerlaubten Handel geben.

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Affenbrotbäume, auch Baobab genannt, können mehrere 1.000 Jahre alt werden. Ihr Holz kann den Baum vor Feuer schützen und Wasser speichern. Baobabs sind daher für Menschen und Tiere in Trockengebieten sehr wichtig. Geht es nach Madagaskar, ist künftig nur noch ein kontrollierter Handel mit ihnen erlaubt.

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