Harald Ebner, Sprecher für Gentechnikpolitik der Grünen im Bundestag, hat eine strenge Regulierung neuer Gentechnik-Methoden wie Crispr gefordert. "Wir müssen wissen, was in der Pflanze drinsteckt", sagte Ebner der Wochenzeitung DIE ZEIT. Rückverfolgbarkeit werde auch bei der jeder Kuh verlangt.  

Molekularbiologische Methoden wie Crispr werden Genome-Editing genannt. Sie können punktgenau in das Genom von Pflanzen, Tieren und Menschen eingreifen. In den USA sind bereits erste Produkte auf dem Markt, die mit dem Verfahren bearbeitet wurden. In der EU ist unklar, ob sie mit strengen Risikoprüfungen nach dem Gentechnikrecht zugelassen werden müssen.

Mit Crispr werde direkt in die DNA eingegriffen, sagte Ebner. Es sei Irreführung, wenn die Industrie das als "neue Züchtungstechnologien" bezeichne, denn es werde nichts gezüchtet. "Der Eingriff in die Integrität der Zelle kann erhebliche unerwartete Folgen haben", warnte der Grünen-Politiker.

Ihm widersprach Stephanie Franck, Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Pflanzenzüchter, im ZEIT-Streitgespräch. Crispr greife im Gegensatz zur alten Gentechnik punktgenau ein. Franck lehnte eine Kennzeichnung von Produkten ab, die mit den neuen Techniken verändert wurden. Dann könne man Genome-Editing in Europa nicht nutzen. "Eine Dinkelsorte, auf der Gentechnik steht, kann ich hier nicht verkaufen."

Crispr - So funktioniert das neue Universalwerkzeug der Gentechnik Günstig, leicht zu handhaben und enorm effektiv: Crispr revolutioniert die Gentechnik. Das Erbgut aller Lebewesen lässt sich damit beliebig formen, wie das Video zeigt.