Turnbull und seine Regierung plädieren daher für neue Kohlekraftwerke. Diese seien mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens zu vereinbaren, sagt Turnbull, weil Australiens Kohleförderung sauberer sei als die in anderen Teilen der Welt. Journalisten der Zeitung The Australian rechneten allerdings aus, dass selbst Kohlekraftwerke mit neuester Technik 700 Tonnen Kohlendioxid pro Megawattstunde ausstoßen würden. Das sei mehr als das Doppelte eines modernen Gaskraftwerks – und damit keine Option.

Die Opposition fordert, statt Kohle- mehr Wind- und Solarkraftwerke zu bauen, um gegen den Klimawandel vorzugehen. Laut Meteorologen wie Agata Imielska ist er für die derzeitige Hitze und Unwetter in Australien verantwortlich.

Tatsächlich sind die Jahresdurchschnittstemperaturen in Australien zuletzt gestiegen. Seit Jahren steigen sie weltweit. So lag die globale Durchschnittstemperatur 2016 etwa 1,1 Grad über der vorindustriellen Zeit, wie die Weltwetterorganisation WMO im Januar mitteilte. Damit ist nach 2014 und 2015 das dritte Mal in Folge ein Rekord erreicht worden. So warm wie 2016 war es auf der Welt seit Beginn der Aufzeichnungen 1880 noch nie.