"Die Nordkoreaner haben den Ort für ihre Waffentests gut gewählt", sagt Hartmann. Es handle sich um sehr festes, hartes Gestein. "Granodiorit und Basalt sind in der Region zu finden, Ersteres findet sich bei uns beispielsweise in der Lausitz." Die geologischen Strukturen hielten selbst starken Detonationen stand – zumindest bislang.

Denn dieses Mal hatte achteinhalb Minuten nach dem letzten Test die Erde erneut gebebt. "Die seismologische Struktur dieser Erschütterung unterscheidet sich deutlich von der davor", sagt der Geophysiker. Die Ausschläge würden zeigen, dass entweder ein Hohlraum eingestürzt sei oder die Explosionen zu Verschiebungen im Gebirge geführt haben, sodass sich Spannungen im Gestein in einem Nachbeben entluden.

Die Folgen sind unklar. Dürften sich Atomwaffen-Detektive etwas wünschen, wären es wohl Risse im Gestein. Dann nämlich könnten sie Gase, die nach oben dringen, einfangen und wie oben beschrieben analysieren, um mehr über die Beschaffenheit der Bombe herauszufinden.

Radien um Nordkorea in Kilometern

Was können die Raketen?

Was als gesichert gilt: Nordkorea verfügt über Atomwaffen. Für den Grad der Bedrohung sind nun die Größe der Sprengköpfe sowie die Leistungsstärke der Raketen entscheidend. Mit dem Test der Hwasong-14 im Juli zeigte Nordkorea der Welt, dass sein Raketenprogramm viel weiter ist als vermutet. Mehrmals flogen nordkoreanische Raketen bis in japanische Gewässer oder über Japan hinweg. Experten gehen inzwischen davon aus, dass Nordkorea über Interkontinentalraketen verfügt, die das US-amerikanische Festland erreichen könnten.

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