Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will die Regeln für die Bärenjagd in Schutzgebieten in Alaska wieder deutlich lockern. Laut den Plänen, die bereits am vergangenen Dienstag im Amtsblatt der Regierung veröffentlicht wurden, sollen einige umstrittene Methoden wieder zugelassen werden. Damit würden die schärferen Jagdregeln aus der Zeit der Vorgängerregierung von Präsident Barack Obama rückgängig gemacht.

Zu den umstrittenen Methoden gehört zum einen das Ködern mit Speck oder Süßigkeiten sowie die Jagd mit Hunden. Zum anderen sollen Jäger künftig Höhlen und damit die Rückzugsgebiete von Schwarzbären-Muttertieren und deren Jungen wieder mit Scheinwerfern ausleuchten dürfen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der von Republikanern dominierte Kongress einige Bestimmungen gelockert, als die Abgeordneten die Jagd von Hubschraubern und Flugzeugen aus wieder legalisiert hatten.

Der US-Regierung geht es nach eigenen Angaben darum, die Bestände an Raubtieren in den Schutzgebieten zu verringern – und so Sportschützen die Jagd auf andere Tiere, etwa Elche und Karibus, wieder zu ermöglichen. Deren Bestände waren durch die größer werdende Population an Bären stetig minimiert worden. Aus denselben Gründen soll auch das Jagen von Wölfen wieder ganzjährig möglich sein.

Den neuen Bestimmungen muss die Nationalparkbehörde NPS noch zustimmen. In einer ersten Stellungnahme signalisierte sie jedoch bereits ihre Zustimmung. Ihr sei an einer Harmonisierung der Jagdbestimmungen in Alaska gelegen, hieß es in der Erklärung. Schließlich würden derartige Jagdregeln auch außerhalb von Naturschutzgebieten gelten.

Der Direktor des Naturschutzverbands für Nationalparks, Jim Adams, kritisierte die Pläne der Regierung in der Washington Post indes als "beschämend und unethisch". Es gehe nur um die Förderung von Sportjägern – und darum, "den Bestand an Raubtieren so weit wie möglich zu beschränken".