Die japanische Sonde Hayabusa-2 hat heute den Asteroiden Ryugu erreicht. Die Sonde war vier Jahre zu dem 300 Millionen Kilometer entfernten Asteroiden unterwegs und schwebt nun 20 Kilometer von Asteroiden entfernt im All, wie die japanische Raumfahrtagentur Jaxa mitteilte. Von dort aus werde sie Messungen vornehmen, Aufnahmen machen und einen geeigneten Platz für das Mascot-Landemodul suchen.

"Wir waren alle sehr erleichtert", sagte Missionsleiter Makoto Yoshikawa. "Wir sind weit gekommen, ab nun geht es um den wirklichen Teil der Mission." Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen mehr über die Beschaffenheit von erdnahen Asteroiden erfahren. Auf den ersten Aufnahmen ist die eckige Form des Asteroiden zu erkennen.

An Bord trägt die Sonde den Lander Mascot (Mobile Asteroid Surface Scout), der laut Deutschem Raumfahrtzentrum (DLR) Anfang Oktober auf Ryugu aufsetzen wird. Der Lander wird sich mindestens 16 Stunden auf dem Himmelskörper bewegen. Er wurde vom DLR in enger Kooperation mit der französischen Raumfahrtagentur Cnes entwickelt und gebaut. Etwa so groß wie ein Schuhkarton, kann bis zu 70 Meter weit hüpfen und so erstmals an verschiedenen Orten auf einem Asteroiden Messungen vornehmen.

Mascot wird im Anschluss an die Mission auf dem Asteroiden bleiben. Die Sonde Hayabusa-2 wiederum soll in eineinhalb Jahren zwei bis drei Entnahmen von Asteroidenmaterial mit zur Erde bringen, indem sie vorher dicht über den Asteroiden fliegt und Material von seiner Oberfläche einsaugt.

"Der Asteroid Ryugu ist für uns ein ideales Forschungsobjekt mit seinen gerade einmal 900 Metern Durchmesser. Und er hat viele Artgenossen in der Nähe der Erdbahn", sagt Ralf Jaumann vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin. Unter anderen wollen die Forscherinnen und Forscher genaue Informationen über die Zusammensetzung eines potenziell für die Erde gefährlichen Asteroiden sammeln, um Abwehrmöglichkeiten zu entwickeln.