Rezeptfreie Schmerzmittel müssen künftig mit Warnhinweisen verkauft werden. Der Bundesrat billigte eine Verordnung, die die Verbraucher davon abhalten soll, Wirkstoffe wie Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure länger als vorgesehen einzunehmen.

Studien zufolge nehmen ein Fünftel der Frauen und fast ein Drittel der Männer solche Analgetica länger als die vorgegebenen vier Tage ein, hieß es zur Begründung für die Verordnung. Beispielsweise hatte eine Untersuchung des Robert Koch-Instituts 2014 ergeben, dass jeder fünfte Patient Schmerzmittel länger als die empfohlene Höchstdauer einnimmt. Viele von ihnen gaben damals an, den Beipackzettel nicht gelesen zu haben.

Bei zu langer Einnahme oder Überdosierungen können solche Mittel zu Nebenwirkungen wie Magenblutungen, Leber- und Nierenschäden oder zu Schlaganfällen führen. Darauf wird bisher schon auf dem Beipackzettel hingewiesen.

Die sogenannte Analgetika-Warnhinweis-Verordnung bezieht sich nur auf frei verkäufliche Mittel, die zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen oder von Fieber eingesetzt werden. Die Initiative für das neue Gesetz kam aus dem Bundesgesundheitsministerium.

Laut der Verordnung soll auf dem Hinweis künftig stehen: "Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden, als in der Packungsbeilage vorgegeben."