Bis Mitte August konnten Bürger in einer Onlinebefragung der EU ihre Meinung zur Zeitumstellung mitteilen. Abschaffen oder nicht? Eine Mehrheit sprach sich dafür aus, künftig nicht mehr die Uhren zu verstellen. Mit dem Thema hat die EU-Kommission einen Nerv getroffen. Nun kündigte ihr Präsident Jean-Claude Juncker an, er werde für die Abschaffung werben: "Das werden wir beschließen". Was sich ändert, wenn die Zeitumstellung wegfällt lesen und sehen Sie in diesem Artikel noch einmal.

Die Diskussion über die Vor- und Nachteile der Zeitumstellung gibt es seit ihrer Einführung im Jahr 1980. Ein Kommissionssprecher verwies darauf, dass Studien zu möglichen Gesundheitsproblemen durch die Zeitumstellung bis heute keine eindeutigen Schlussfolgerungen erlaubten. Deshalb müsse die Entscheidung nun "auf Basis von anderen Kriterien" getroffen werden. Laut Kommission könnten nach neueren Untersuchungen zwar die Auswirkungen auf den Biorhythmus stärker als angenommen sein. Es gebe aber auch positive Effekte für die Gesundheit im Zusammenhang mit mehr Freizeitaktivitäten im Freien. Ursprünglich durch die Sommerzeit erhoffte Energiespareffekte seien darüber hinaus aber bestenfalls "marginal".

In der EU-Befragung können die Teilnehmer für den Fall der Abschaffung eine Präferenz entweder für "ständige Sommerzeit" oder "ständige Winterzeit" angeben. In unserer interaktiven Visualisierung können Sie beide Varianten für Ihren Wohnort simulieren. In allen Szenarien können Sie für jeden Tag des Jahres sehen, wann an Ihrem Wohnort die Sonne auf- und untergeht. Zusätzlich können Sie zwei Orte miteinander vergleichen und ablesen, welcher Ort wann mehr Tageslicht hat.

Die deutlich unterschiedlichen Tageslängen im Laufe eines Jahres hängen von der Umlaufbahn der Erde um die Sonne ab. Die Nordhalbkugel ist wegen der Erdneigung ein halbes Jahr lang der Sonne zugeneigt (Sommer) und ein halbes Jahr von der Sonne weggeneigt (Winter). Unsere Tag-Nacht-Simulation zeigt, wie sich daraus auch deutliche regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands ergeben.