Machen Sie sich bereit für eine Nackenstarre: An diesem Freitag findet die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts statt. Gegen 21 Uhr geht es auch über Deutschland los. Der Vollmond wird dann völlig in den Kernschatten der Erde eintauchen und sich kupferrot verfärben. Manche sprechen da schon von einem Blutmond. Übrigens mischt auch noch der Mars mit. Dazu aber später mehr.

Über Deutschland lässt sich das Ereignis insgesamt etwa 103 Minuten lang (1 Stunde und 43 Minuten) beobachten. Am besten im Süden und Osten, sagt das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum. Es wird heiß sein und an den meisten Orten sollen auch keinerlei oder nur wenige Wolken die Sicht verstellen. Nur in wenigen Teilen des Landes könnten aber kurze Schauer und Gewitter dazwischenfunken. Die zuerst eintretende Halbschattenfinsternis und die dann folgende partielle Finsternis sind übrigens ohnehin nicht zu sehen. Denn der Mond geht hierzulande erst auf, wenn die erste Phasen schon vorbei ist und die zweite sich dem Ende zuneigt. Aber beide sind auch etwas weniger spannend als die totale Finsternis. Hier kommen alle Infos dazu:

Wann und wo lässt sich die Mondfinsternis beobachten?

Wer zuschauen will, sollte sich spätestens um kurz vor 21.30 Uhr deutschlandweit bereithalten und nach oben blicken. Da rückt der Mond in den Erdschatten und verfärbt sich. Bei klarer Sicht bis zum Horizont lässt sich am besten im Süden und Osten beobachten, wie der Erdtrabant von Minute zu Minute dabei rötlicher wird.

  • Auf dieser Website können Sie sich den Verlauf und die genauen Zeiten der Mondfinsternis für die meisten Städte in Deutschland und anderen Ländern anzeigen lassen.

  • Zu sehen sein wird die gesamte Finsternis oder Teile davon im Großteil Europas und Asiens, in Afrika, Australien und Südamerika.
Kurz erklärt - Wie entsteht der Blutmond? Am Freitag wird über Deutschland bei gutem Wetter eine Mondfinsternis und damit ein Blutmond zu beobachten sein. Wie er entsteht, zeigt dieses Video.

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Wie läuft das Ganze dann ab?

Dazu ein kleiner Überblick:

  • Es geht los: Der Vollmond geht über dem südöstlichen Horizont um 21.01 Uhr auf, in Berlin um 21:08 Uhr.
  • Ab 21.30 Uhr befindet sich der Mond ganz im Kernschatten.
  • Die Mitte der Finsternis wird um 22.22 Uhr erreicht.
  • Das Ende der Totalität erfolgt um 23.13 Uhr. "Von da an tritt der Mond allmählich wieder aus dem Kernschatten der Erde heraus und wird Stück für Stück heller", wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erklärt.
  • Nachts um 1.30 Uhr des folgenden Tages wird er den Schatten verlassen haben und die Finsternis zu Ende sein.
Verlauf der totalen Mondfinsternis in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 2018 © Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

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Warum leuchtet der Mond rot?

In unserer Kartengeschichte haben wir kurz erklärt, wie es zu einer Mondfinsternis und der roten Verfärbung, dem Blutmond, kommt:

Der Mond sieht rot

Der Mond sieht rot

Mondfinsternis! Blutmond! Am Himmel geht ganz schön was ab. Was ist denn da los?

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Langweilig?

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Mit Brille

Das ist Quatsch. Es ist ja keine Sonnenfinsternis. Wer dabei direkt ins Licht schaut, könnte sogar erblinden.

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Warum der Mond während der Finsternis so kühn die Farbe wechselt? Langwelliges rotes Licht der Sonnenstrahlen wird gebrochen und in Richtung des Mondes gelenkt, während kurzwelliges blaues Licht vollständig in der Erdatmosphäre gestreut wird.

Finsternisse sind das Ergebnis eines Wechselspiels von Sonne, Mond und Erde. Bei einer Mondfinsternis steht die Erde auf einer geraden Linie zwischen Sonne und Mond. Der Vollmond taucht also in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde ins Weltall wirft.

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Wie mischt der Mars mit?

Nebst unserem Erdtrabanten wird auch der Mars an diesem Abend perfekt in Szene gesetzt. Er steht mit Sonne und Erde auf einer Linie und ist uns mit etwa 55 Millionen Kilometern so nah wie nur sehr selten (zuletzt vor 15 Jahren). Deshalb sticht er besonders grell am Abendhimmel hervor – heller noch als der Planet Jupiter. Und wirkt größer als sonst.

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Warum ist eine Mondfinsternis eher selten?

Dass eine Mondfinsternis nicht jedes Mal bei Vollmond auftritt, ist auf die leichte Neigung der Mondbahn gegen die Ekliptik – die Ebene der Erdbahn – zurückzuführen. Wegen dieser Neigung von rund fünf Grad wandert der Mond auf seiner Bahn um die Erde meist ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Nur wenn der Vollmond exakt in einem der beiden Schnittpunkte von Mondbahn- und Erdbahnebene steht, wird er vom Erdschatten erfasst.

Erst an Silvester 2028 wird in Mitteleuropa wieder eine Mondfinsternis, ähnlich wie jetzt, in ihrem vollen Verlauf zu sehen sein. Und erst am 9. Juni 2123 wird es laut DLR eine drei Minuten längere Mondfinsternis geben.

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Und was passiert am Abendhimmel als Nächstes?

Wer sich die Zeit bis dahin vertreiben mag, muss nicht lange auf den nächsten Höhepunkt warten. Zwischen dem 10. und 12. August fallen die Perseiden als Sternschnuppen vom Himmel.

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Was sind Sternschnuppen?

Was sind Sternschnuppen?

Es regnet wieder Meteore! Aber was fällt da eigentlich genau vom Himmel? Eine kurze Erklärung für Einsteiger

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© Ethan Miller/Getty Images
Staub verglüht

Staub verglüht

Wird Astrostaub bei 200.000 km/h in der Erdatmosphäre zu Ionenplasma, ist die Nacht am schönsten. So entstehen, kurz gesagt, Sternschnuppen.

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Christian Friedrich Hebbel

Christian Friedrich Hebbel

War Lyriker, kein Astrophysiker. Recht hatte er trotzdem.

Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann, wenn sie vergeht!

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Doch ganz von vorn

Wissen Sie, was Sternschnuppen sind?

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Richtig. Sobald ein Meteoroid in die Erdatmosphäre eintritt, wird er zum Meteor und somit zur Sternschnuppe. Meteoroide sind alle Kleinstkörper, die durch das Weltall fliegen – von wenigen Millimetern bis hin zu einigen Metern Durchmesser.

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Leider falsch. Sternschnuppen sind verloren gegangener Staub von Asteroiden und Kometen. Die dicken Brocken können auch aus anderen Sonnensystem stammen. Das ist aber sehr selten. Asteroiden bestehen aus Metall und Gestein, Kometen aus Eis und Staub. Letztere verlieren mehr Material bei der Sonnenumrundung und sorgen auch für mehr Sternschnuppen.

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Leider falsch. Normalerweise verglühen Sternschnuppen in 80 Kilometern Höhe. Das Auge erkennt die Sternschnuppen trotzdem. In der Großstadt sind dazu 4 mag (Magnitude, die scheinbare Helligkeit) notwendig, auf dem Land reichen auch mal 6 mag. Je kleiner die Magnitude, desto heller der Stern. Das Verhältnis von einer Magnitude ist ungefähr 2,5 und logarithmisch gekoppelt. 4 mag sind demnach 6 mal heller als 6 mag.

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