Ein weiterer Vorteil der ewigen Sommerzeit wäre, dass wir auf die lästige Umgewöhnung zweimal im Jahr verzichten könnten, die aus Schlafmedizinersicht, wie auch Kollege Jakob Simmank richtig sagt, ungesund und belastend ist. Zwar müssten wir alle dann im Winter – anders als jetzt – eine Stunde früher aufstehen als zur derzeit winterlichen Normalzeit. Schülerinnen und Schüler säßen also mindestens genauso müde wie jetzt in der ersten Stunde. Aber zumindest auf dem Nachhauseweg hätten sie, je nach Wohnort, noch eine Stunde länger die Chance auf Licht, also auf einen besseren Vitamin-D-Stoffwechsel und weniger Melatonin-Probleme. Sie wären also vielleicht etwas fitter als jetzt im Winter.

Kann schon sein, dass man in Südeuropa nicht so begeistert wäre von der durchgehenden Sommerzeit. Das ganze Jahr Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ), das hieße in unseren Breiten auch, dass wir im Winter, wenn wir morgens raus müssen, die Sonne eine weitere Stunde später aufgehen sehen würden (wann die wo genau auf- und untergeht je nach Zeit und Wohnort, zeigt diese interaktive Grafik) als jetzt schon. Nur ist es doch für die allermeisten Leute echt egal, ob sie um sechs oder um acht Uhr im Dunkeln aufstehen, um dann im Dunkeln in die Kita, Schule oder zum Job zu gehen, wo sie dann sowieso im Schein der Neonröhren gähnend durch den Tag frösteln. Und mal ehrlich: Für wen wäre ein bisschen mehr Licht am Nachmittag kein Gewinn? Endless summer – zumindest, was die Uhrzeit angeht – daran würde sich ohne lästige halbjährige Umstellungen auch unser Körper gewöhnen.

Sie möchten wissen, um wie viel Uhr nach bisheriger Sommerzeit, wenn immer Winterzeit wäre oder wenn immer Sommerzeit wäre, die Sonne an Ihrem Wohnort auf- und unterginge? Dann schauen Sie nach – in diesem interaktiven Tool.