Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat den Start der Parker-Sonde verschoben. Der Stopp sei angeordnet worden, weil wenige Minuten vor dem Countdown ein Problem mit dem Heliumdruck aufgetreten sei, teilte die Nasa mit. Der nächste Versuch zum Start der Trägerrakete ist auf Sonntag, 09.31 Uhr MESZ, festgelegt. 

Die unbemannte Sonde soll sich der Sonnenoberfläche auf nur knapp 6,2 Millionen Kilometer nähern und Temperaturen von rund 1.370 Grad Celsius standhalten. Das Raumfahrzeug von der Größe eines Autos wird während seiner auf sieben Jahre ausgelegten Sonnenexpedition insgesamt 24 Mal durch die Corona fliegen, wie Astronomen die Atmosphäre unseres Zentralgestirns nennen.

Unregelmäßigkeit während der letzten Minuten des Countdowns aufgetreten sei, teilte die Nasa am Samstag via Twitter mit. Sie will in den nächsten 24 Stunden einen neuen Versuch am Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida unternehmen.

Die Sonde von der Größe eines Autos wird während ihrer auf sieben Jahre ausgelegten Expedition insgesamt 24 Mal durch die sogenannte Korona fliegen, wie Astronomen die Sonnenatmosphäre nennen. Dabei soll die Sonde unter anderem die Frage beantworten, warum in der Korona Temperaturen von bis zu 5,6 Millionen Grad Celsius herrschen, während die Sonnenoberfläche 5.500 Grad heiß ist.

Außerdem könnte die nach dem 91-jährigen Astrophysiker Eugene Parker benannte Raumsonde künftig bei der Vorhersage des Weltraumwetters und sogenannter Sonnenstürme helfen. Bei solchen kosmischen Wetterereignissen werden geladene Teilchen von der Sonne ins All geschleudert, die auf der 150 Millionen Kilometer entfernten Erde geomagnetische Stürme auslösen können.

Eine Rakete des Typs Delta IV Heavy soll die Parker Solar Probe auf Kurs bringen. Die Sonde könnte dann bei ihren Vorbeiflügen an der Sonne auf bis zu 692.000 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Das machte sie zum bisher schnellsten von Menschen geschaffenen Objekt.