Zwischen 2006 und 2015 hat sich die Zahl der Elefanten in Afrika um fast 111.000 Tiere verringert: Forscherinnen und Forscher haben jetzt ermittelt, dass offensichtlich nur drei große Kartelle für den illegalen Handel mit Elfenbein verantwortlich sind.

Nach Schätzungen der Weltnaturschutzunion IUCN gibt es in Afrika derzeit noch rund 415.000 Elefanten, die meisten davon im südlichen Afrika. In Asien leben rund 50.000 Elefanten. Zehntausende der Tiere werden jedes Jahr von Wilderern getötet. Einen Großteil des weltweiten illegalen Elfenbeinhandels haben Forscher jetzt auf drei Kartelle in Afrika zurückgeführt. Ihre Erkenntnis soll den Kampf gegen die kriminellen Netzwerke unterstützen.

Die Kartelle exportieren das Elfenbein vor allem aus Mombasa in Kenia, Entebbe in Uganda und Lomé in Togo in alle Welt, schreiben die Forscher um Samuel Wasser von der University of Washington im Journal Science Advances. Die Forscherinnen analysierten die DNA von Elfenbein in 38 großen Sendungen, die zwischen 2006 und 2015 in unterschiedlichen Orten auf der Welt beschlagnahmt wurden. Dabei stellten sie fest, dass das Elfenbein von einem Tier oftmals in verschiedenen Sendungen transportiert wurde. Daraus schlossen sie, dass viele der illegalen Elfenbeinsendungen zwischen 2011 und 2014 von nur drei Kartellen aus drei Orten verschickt wurden.

Ihre Arbeit sei ein "Ermittlungswerkzeug, um den Behörden zu helfen, diese Netzwerke zu verfolgen", sagte Wasser. So könnten Beweise gegen die Kartelle gesammelt und möglicherweise strafrechtlich genutzt werden.

Den Kartellen nachzugehen wäre ein effektiver Weg gegen die Wilderei, schreiben die Forscher. Denn die Wilderer würden wahrscheinlich direkt oder indirekt von den Kartellen finanziert. Zudem sei es einfacher und kosteneffizienter, die Ausfuhr mehrerer illegaler Sendungen in Afrika zu stoppen, als einzelne Sendungen zu verfolgen.

Die Umweltschutzorganisation WWF begrüßte die Erkenntnisse der Forscher. "Es ist wichtig, dass Wildereiverbrechen aufgeklärt und geahndet werden, dafür ist die Weiterentwicklung forensischer Methoden ganz zentral", sagte die Wilderei-Expertin Katharina Trump. Solange das illegale Geschäft hochprofitabel bleibe, sei der Kampf gegen die Wilderei jedoch nicht zu gewinnen. Man müsse gleichzeitig die Nachfrage auf den Märkten in Asien eindämmen.

Seit 1989 ist der kommerzielle Handel von Elfenbein international verboten. Trotzdem sinkt die Zahl der Elefanten Jahr für Jahr. Der Elfenbeinhandel sei heute eine Multimilliarden-Dollar-Industrie, die jährlich zum Tod von rund 44.000 Elefanten führe, schreiben die Forscherinnen.