Forscher sind in Südafrikas Erde auf Fossilien einer bisher unbekannten, rund 200 Millionen Jahre alten Dinosaurierart gestoßen. Der Pflanzenfresser sei das größte Landlebewesen seiner Zeit gewesen, berichten die Wissenschaftler um Blair McPhee von der Universität Witwatersrand in Johannesburg (Current Biology: 2018). Sein Name: Ledumahadi mafube, was in der südafrikanischen Sprache Sesotho so viel bedeutet wie "der große Donnergroll im Morgengrauen".   

Die Forscher gehen davon aus, dass der Dinosaurier ein etwa 14 Jahre altes, voll ausgewachsenes Exemplar seiner Art war. Er war zwölf Tonnen schwer und maß in Höhe etwa vier Meter. Das Tier war in seiner Erscheinung demnach dem größeren und Millionen Jahre später lebenden Brontosaurus bereits sehr ähnlich: ein Dinosaurier mit langem Hals, einem kleinen Kopf und massigen Beinen.

"Es zeigt uns, dass diese Tiere bereits vor 200 Millionen Jahren die größten Wirbeltiere geworden waren, die sich jemals auf der Erde fortbewegt hatten", schreibt der an der Studie beteiligte Paläontologe Jonah Choiniere von der Universität Witwatersrand.

Großwild des frühen Erdmittelalters

Der Fund sei unter anderem bedeutsam, weil er Einblicke in den Übergang von zwei- zu vierbeinigen Dinosauriern gibt. Ledumahadi könnte den Forschern zufolge der größte Dinosaurier gewesen sein, der sich vierbeinig fortbewegte, sich bei der Nahrungsaufnahme aber noch regelmäßig auf die Hinterbeine stellen konnte. Die neue Art könnte man folglich als "Zwischensaurier" aus der Übergangsphase von den kleineren zweibeinigen Prosauropoden zu den riesigen vierbeinigen Sauropoden wie dem Brontosaurus bezeichnen.

In Südafrika waren unter anderem auch 2009 und 2003 bis dahin unbekannte und rund 200 Millionen Jahre alte Prosauropoden gefunden worden. Südafrika sei heute wegen seiner großen Wildtiere berühmt für Safaris, sagt Choinere. "Ich denke, wir sollten genauso berühmt sein für unser Großwild im frühen Mesozoikum vor 200 Millionen Jahren."